Törggelen am Villanderer Törggelesteig und Kastanienweg – Buschenschank Oberpartegger

Schwesterherz hat zum Törggelen eingeladen. Die beste Freundin von allen kann einer reinen Törggele-Esserei ohne einer vorausgehenden Herbst-Wanderung nicht viel abgewinnen. Wir beide müssen also die Extrawürste spielen und zuvor zumindest einen Herbstspaziergang unternehmen.

Blick zum Kloster Säben, vom Törggelesteig Villanders aus gesehen
Blick zum Kloster Säben, vom Törggelesteig Villanders aus gesehen

Der Törggelenachmittag finden im Oberparteggerhof in Villanders statt, darum ist unser heutiges Wanderziel bereits vordefiniert: der Törggelesteig und der Kastanienweg (Keschtnweg) in Villanders.

Wir fahren über eine sehr sehr schmale Straße direkt zum Oberparteggerhof und können uns jetzt am späten Vormittag den besten Parkplatz aussuchen. Das wird sich sicherlich ab der Mittagszeit total ändern.
Unser Herbstspaziergang führ uns zuerst wenige 100 Meter auf der Straße (Wanderweg Nr. 4B) zurück, bevor wir rechts in den Törggelesteig (Wanderweg Nr. 4A) einbiegen. Vorbei an einer Hofstelle geht es nun über Wiesen und durch kurze Waldabschnitte ziemlich flach, etwas unterhalb des Eisacktaler Dörfchens Villanders, in nördlicher Richtung.

Um diese Jahreszeit hat die Sonne recht wenig Kraft, darum erfreuen wir uns an jedem einzelnen Wärme spendenden Strahl. Der Törggelesteig ist ziemlich abwechslungsreich: mal geht es vorbei an einem Bauernhof, mal über Weisen, dann wieder ein Stück durch den Wald, hier über ein kleines Bächlein, dort wenige Meter einen mit einem Holzzaun gesicherten Waldsteig empor…

Lauter goldene Igel stellen sich uns in den Weg. Keine echten Igel, sondern Kastanienigel (Keschtnigel werden sie von uns Südtirolern genannt), die von den zahlreichen Kastanienbäumen gefallen sind und sich jetzt in Goldbraun, in der Sonne schimmernd, präsentieren. Ihre Früchte haben sie bereits preisgegeben. Die meisten von ihnen wurden scheinbar aufgehoben, nur wenige kleinere Exemplare liegen noch auf dem Steig.

Wir wandern weiter bis wir auf eine kleine Nebenstraße (Wandersteig Nr. 4) treffen. Hier müssen wir uns entscheiden, ob wir sofort rechts abbiegen und dem Dorf Villanders entgegen gehen oder ob wir weiter in Richtung Klausen und Kloster Säben weiter wollen.

Dem Schild St. Valentin folgen
Dem Schild St. Valentin folgen. Im Hintergrund die Ministadt Klausen mit dem Eisack.

Wir entscheiden uns noch ein Stück dem Törggelsteig zu folgen, umkehren können wir ja immer noch. Nun passieren wir einige einladende Rastbänke, bevor wir am Gasthof Sturm die Villanderer Straße erreichen.

Einkehren, weitergehen oder umkehren? Die beste Freundin von allen ist wieder einmal gegen das Einkehren. Ich kann mich dieses Mal nicht durchsetzen, darum kehren wir um und spazieren den gleichen Weg zurück bis zur ersten Bank. Hier beschließen wir Rast zu machen und packen die Thermoskanne mit dem warmen Tee und eine Packung Kekse, Südtiroler Kekse der Marke Loacker aus.

Mehrere Wandergruppen kommen vorbei und auch einer Reitergruppe bestehend aus zwei schönen, aber streng duftenden Rössern mit ihren Reitern.

Um 11.30 wandern wir weiter und kommen zur Kreuzung, die wir zuvor passiert haben zurück. Dieses Mal entscheiden wir uns für den Weg nach Villanders und gehen somit Klausen und Kloster Säben im Rücken dem kleinen Dörfchen entgegen.

Vorbei an einer alten Mühle, die sich wie immer an einem recht schattigen, sonnenarmen Plätzchen befindet, geht es leicht aufwärts direkt ins Dorf Villanders (Weg Nr. 4) .

Wir durchqueren Villanders und biegen nach dem Gemeindegebäude rechts ab, dem Keschtnweg (Kastanien-Weg) folgend. Links sehen wir ein großes 4 Sterne Hotel und wenige Schritte darunter eine eingezäunte Wiese mit braunen Hochlandrindern, die riesige, fast meterlange Hörner auf ihren Schädeln herumtragen.

Hörner ideal für ein Wuddele (Schnappvieh)
Hörner ideal für ein Wuddele (Schnappvieh)

„Das wären tolle Hörner für ein Schnappviech“, sage ich zur besten Freundin von allen. Sie entgegnend: „Jo, muasch in Rupert sogn!“.

Nun geht es bergab bis zur schmalen Straße, die zum Buschenschank Oberpartegger führt. Um circa 13.00 Uhr kommen wir beim Buschenschank an und begrüßen Bruder, Schwester und ihren ganzen Kollegenkreis.

Der Buschenschank Oberpartegger ist pumpvoll. Ohne Reservierung wäre hier nichts zu machen. Wir staunen nicht schlecht als wir bemerken, dass wir vor allem Unterlandler und Überetscher antreffen. Nicht nur in unserer Stube sehen wir bekannte Gesichter.

Törggelen in der Oberpartegger-Stube

Ich: „Du Rupert, do obn tatn bearige Hörner umrlafn!“
Rupert (ganz begeistert): „Wia, wo!“
Ich: „Do obn unter an groaßn 4 Sterne Hotel.“
Rupert: „Wia hoßts, do muas i schnell onriafn?“
Ich: “Koane Ohnung.”

Rupert ist natürlich nicht feig und erkundigt sich beim Wirt, wie denn das große Hotel unter welchem so große braune Viecher mit riesigen Hörnern rumlaufen heißt. Der Wirt weiß die Antwort und ist sogar bereit, die Telefonnummer rauszusuchen. Das war’s Rupert ist zufrieden, er ist sich sicher an seine lang gesuchten Riesenhörner für sein Schnappvieh (Wuddele) zu kommen.

Wir speisen und trinken und ratschen wie es sich beim Törggelen gehört. Ich kann den Oberparteggerhof wärmstens empfehlen. Um circa 18.00 Uhr lassen wir den Nachmittag nach etlichen Rippelen, Krapfen, Kastanien und einigen Partien Wattn ausklingen und treten den Heimweg an.

Krapfen vom Oberparteggerhof
Krapfen vom Oberparteggerhof in Villanders (Eisacktal)

Alles in allem ein gelungener Törggele-Sonntag mit einer positiven Energiebilanz, wenn man Fettreserven für den Winter ansammeln will und einer negativen Abnehmbilanz, wenn man seine Figur verbessern möchte.

Epilog:

Einige Wochen später werde ich von Rupert erfragen, dass er die Besitzerin des Hotels Untertheimerhof angerufen hat, nach einem zweiten Anruf mit ihr handelseinig wurde und zwei riesige Hörner für sein Schnappvieh erstanden hat.

Wer nun schon gespannt auf das neue Schnoppviech bzw. Wuddele ist, muss sich aber in Geduld üben. Zur Zeit gibt es ein altes betagtes Vieh, dem fast das ganze Fell in Fetzen runterhängt und dem seine Hörner abhanden gekommen sind, aber über kurz oder lang wir es ein neues furchterregendes Riesenschnappvieh mit mächtigen Hochlandrinderhörner geben. Wenn es soweit ist wird es ein Foto geben.

In der Zwischenzeit kannst du dir hier ein Video von Schnappviechern (auch Wuddelen genannt) anschauen: Video Schnappviecher (Wuddelen).

Kastanien-Wanderung Villanders

Bildimpressionen Törggelesteig, Keschtnweg und Oberparteggerhof

Hoteltipps für Ihren Wanderurlaub in Südtirol

Hotel Rogen - Natur erleben im Naturhotel

Wandern Meran Hotel Lana

Willkommen Urlaub im Berghotel Südtirol

Romantisches Wander & Wellness Hotel Südtirol

2 thoughts on “Törggelen am Villanderer Törggelesteig und Kastanienweg – Buschenschank Oberpartegger”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.