Wandern in Südtirol: von Kohlern über die Haselburg nach Seit

Etwas windig ist es hier in Kohlern oberhalb von Bozen bei circa 16°. Bekannt geworden ist Kohlern vor allem durch seine Kohlerer Bahn. Sie war die erste alpine Luftseilbahn für den Personentransport weltweit. Heraufgekommen sind wir nicht über Bozen, sondern über Leifers und Seit, denn eigentlich wollten wir heute von Seit aus starten. Doch das Bergdorf Seit ist zwar ein Kastanien Eldorado – ich weiß das, weil die Nena vom Gummererhof fürs Törggelen meistens die Kastanien von Seit bezog – aber mit Parkplätzen hat der kleine Ort scheinbar nicht viel am Hut.

Wanderweg zwischen Kohlern und Seit: Blick auf Bozen
Wanderweg zwischen Kohlern und Seit: Blick auf Bozen

Abwärts in Richtung Bozen

Darum sind wir nun hier in Kohlern und starten damit auf dem höchsten Punkt unserer geplanten Rundwanderung. Egal, dann werden wir heute halt mal umgekehrt wandern: zuerst absteigen und am Ende aufsteigen. Genau unter dem Kirchlein Kohlern folgen wir der Beschilderung mit der Wegnummer 4 und steigen in Richtung Bozen ab. Der Steig ist ziemlich steil. So verlieren wir, obwohl wir heute recht langsam und auf wackeligen Füßen unterwegs sind, recht rasch an Höhenmetern.

Die Sonne scheint nicht sehr stark, aber nach der 2-wöchigen Schlechtwetterperiode recht angenehm durch den Mischwald hindurch und lässt die frischen Buchenblätter hellgrün funkeln. Der Steig ist nun mit Steinen gepflastert. Scheinbar war das einst ein Weg für Fuhrwerke, was aber angesichts der Steigung schwer vorstellbar ist.

Wir befinden uns auf Porphyr-Untergrund. Ab und zu gibt der Weg den Blick auf den südlichen Teil von Bozen frei. Wir kommen an ein, zwei kleinen Bildstöcken vorbei und an einer Lichtung mit drei, vier riesigen Porphyrblöcken, die eindrucksvoll wie Zyklopen hier rum stehen.

Porphyrblöcke am Wegesrand des Wandersteiges Kohlern-Bozen
Porphyrblöcke am Wegesrand des Wandersteiges Kohlern-Bozen

Nach circa einer Stunde sehr gemütlichen Abstieges (3 km/h) befinden wir uns jetzt am tiefsten Punkt der heutigen Rundwanderung. Nun geht es recht flach bis zur Haselburg (400 m ü. d. M.), die wir nach 30 min erreichen, hinüber. Die beste Ehefrau von allen möchte so schnell wie möglich an der Burg vorbei gehen, ich bin aber fürs Einkehren und setze mich durch.

Auf der Haselburg

Es herrscht reger Restaurantbetrieb auf der Haselburg. Trotzdem ergattern wir im Freien einen sonnigen Tisch, wo der Wind  nicht all zu stark pfeift. Der Abstieg war nämlich mit ungewohnt viel Wind und somit für uns beide auch mit leichten Kopfschmerzen verbunden. Ein starker Kaffe soll nun den sich beschwerenden Kopf besänftigen und ein Apfelstrudel den protestierenden Magen. Und genau so ist es auch.

Ein schneller Kaffee auf der Haselburg
Ein schneller Kaffee auf der Haselburg

Geschichte zur Haselburg / Castel Flavon

Die Höhenburg wurde kurz vor 1237 von den Herrn von Haslach, Dienstleuten des Hochstifts Trient, errichtet. Größere Umbauten gehen auf den späteren Burginhaber Michael von Völs zurück. Aus dieser Zeit (1541) stammen die Innenausmalungen durch Bartlmä Dill Riemenschneider, einem Renaissance-Künstler, der zum Umkreis der Dürer-Schule zählt. Von der historischen Bausubstanz behutsam abgehobene Zubauten ergänzen heute den Bestand. Die italienische Übersetzung des Burgnamens geht auf die Grafen von Flavon im Nonsberg zurück, die die Burg kurze Zeit inne hatte.

Von der Haselburg geht es nun in südlicher Richtung dem Bergdorf Seit entgegen. Wir sind überrascht, dass auch hier der Steig mit Steinen gepflastert ist. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, keine Pflasterung wie in der Stadt, sondern mit den hier vorkommenden Natur-Porphyrsteinen, also ein Weg, bei dem man bei jedem Schritt gut aufpassen muss, nicht zu stolpern oder auszurutschen.

Unterhalb der mächtigen Porphyrwände geht es teilweise ausgesetzt, aber auf einem circa zwei Meter breiten und mit einem Geländer gesicherten Steig oberhalb von Bozen an einer im Felsen eingemauerten Kapelle vorbei in Richtung Seit und Brantental.

360° Blick auf Bozen. Auf dem Steig Nr. 3 zwischen Kohlern und Seit.
360° Blick auf Bozen. Auf dem Steig Nr. 3 zwischen Kohlern und Seit.

Ein schöner, aussichtreicher Weg mit Blick auf das Unterland von Bozen über Leifers bis nach Branzoll, das von der Etsch durchschlängelt wird und vom Mitterberg mit Sigmundskron und Montiggl rechts flankiert wird.

Hinauf zum oberen Rand von Seit über Leifers

50 Minuten gemütlich gewandert, schon stehen wir auf der Straße Leifers – Seit, über die wir nach Kohlern gefahren sind. Wir befinden uns am unteren Ende von Seit und müssen hinauf bis zum oberen Rand, was leichter klingt, als es ist, denn Seit hat so ziemlich einige Höhenmeter aufzuweisen.
Einige Meter gehen wir die Straße entlang, dann steigen wir links abbiegend steil bis zur kleinen Kirche (870 m ü. d. M.) von Seit empor. Links an der Kirche vorbei wandern wir durch Wiesen, die Straße entlang, und wieder durch Wiesen bis wir den letzten Hof von Seit, den Köhlhof (Bauernhof mit Zimmervermietung und Reitstall) erreichen.

Zurück nach Kohlern

Nun wandern wir problemlos den recht flachen Steig, der sich neben der Verbindungsstraße Seit-Kohlern durch den Wald schlängelt, entlang. Das letzte Stück des Weges müssen wir wieder auf die Verbindungsstraße und schreiten über die extrem wenig befahrene Straße unserem Ausgangspunkt unter dem Kirchlein Kohlern entgegen.

Ich will noch schnell zum hölzernen Aussichtsturm runter und ein 360° Kugelpanorama von Kohlern, Bozen und dem ganzen Unterland, nein dem ganzen südlichen Südtirol machen, denn von dort oben hat man sicherlich einen extrem weiten Rundumblick.

Doch was passiert: Enttäuschung pur! Wegen Wartungsarbeiten ist der Turm derzeit für Besichtigungen geschlossen. Die beste Ehefrau von allen muss mich trötsten, wärend wir über Bozen, Eppan, Kaltern nach Hause nach Tramin fahren, um den heutigen Gemeindewahltermin nicht zu verpassen.

GPS Daten der Wanderung von Kohlern über Bozen nach Seit über Leifern

Fotos wandern über Bozen von Kohlern nach Seit

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