Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Ausflug in die botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Schon wieder ein Jahr vorüber. Heuer wollen wir den alljährlichen Geburtstagsausflug in Meran verbringen. Zuerst die Messe in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus besuchen, dann Besichtigung der botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff und als Krönung, ein Sprung ins warme Wasser der Therme Meran. So der Plan!

Zum großen Missfallen der katholischsten Mami von allen versäumen wir mehr als die Hälfte der Messe. Ein Stau auf der Autobahn war schuld. Mir macht das nicht ganz so viel aus, ich besuche Kirchen vor allem der architektonischen Bewunderung wegen. Jedem das seine… 🙂

St. Nikolaus Kirche – Pfarrkirche der Kursstadt Meran

In der Stadtpfarrkirche zum Hl. St. Nikolaus von Meran
In der Stadtpfarrkirche zum Hl. St. Nikolaus von Meran

Das spätgotische Gebäude gleicht innen stark unserer, also der Traminer Pfarrkirche. Mächtige schnörkellose Säulen tragen ein Netzgewölbe mit kräftigen Rippen. Wir fühlen uns wie zu Hause. Sonnenstrahlen, durch die farbigen Kirchenfenster eingefärbt, fluten den hallenförmigen Raum mit bunten Licht. Für einen Werktag sind recht viele Kirchenbesucher anwesend. Aha, da vorne sitzt scheinbar eine Gruppe von Messnern. Vielleicht eine Messe zu Ehren der Messdiener?

Die übermannsgroßen Heiligen-Skulpturen, die vom Orgelbalkon herunterschauen, beeindrucken. Anna sieht den Nikolaus da oben stehen!

Von außen kann die Meraner Pfarrkirche nicht mit unserer Traminer Kirche mithalten. Es kann eben nicht jede Gemeinde den höchsten gemauerten Kirchturm Tirols haben 😉

Die botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Echse im Terrarium der Gärten von Schloss Trauttmansdorff
Echse im Terrarium der Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Heute, 14. November, ist der vorletzte geöffnete Tag der landauf landab bekannten Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Wir waren schon einmal zu dritt hier. Damals hat Anna noch keinen Kinderwagen gebraucht *g*

Die freundliche Kassiererin erklärt uns, dass wir heute ermäßigten Eintritt erhalten und dass wir nach dem Eingang sofort links halten sollten um zum Glashaus mit Terrarium zu gelangen. Das soll den Kleinen nämlich ganz besonders gut gefallen.

Terrarium und Glashaus

Gespenstschrecke oder auch Wandelndes Blatt
Gespenstschrecke oder auch Wandelndes Blatt

Einen netten Ratschlag eines Insiders nehmen wir natürlich gerne an, zweigen vor dem Eingang zum Touriseum links ab und spazieren durch den Lorbeer- und Bambuswald zum äußersten nördlichen Rand des botanischen Gartens hinauf. Die Kassiererin hat nicht zu viel versprochen. Das Terrarium begeistert. Ameisen, die mehrfach so große Blätter schleppen, Heuschrecken die wie Äste oder Blätter aussehen, winzige gelbe und blaue Frösche die wie von Plastik geformt anmuten und natürlich die große beschuppte Echse die uns direkt in die Augen starrt.

Gewürze, Parfümpflanzen und Orchideen vervollständigen der grünen „Urwald“. Toll!

Im Glashaus hatten wir die Jacken ausgezogen, jetzt im Freien sind wir froh sie wieder anziehen zu können. Die Spuren des Herbstes sind unverkennbar. Als wir im Juni, vor etwas mehr als drei Jahren, hier waren, haben sich die Gärten von Trauttmansdorff im frischen grünen Kleid präsentiert. Heute prägen spätherbstliche braun und gelb Töne das Bild.

Voliere und Aussichtssteg

Gebirgsloris auch Allfarblori oder Keilschwanzlori ernähren sich vor allem von Pollen und Nektar, fressen aber auch Blüten, Knospen, Früchte, Samen und Beeren
Gebirgsloris auch Allfarblori oder Keilschwanzlori ernähren sich vor allem von Pollen und Nektar, fressen aber auch Blüten, Knospen, Früchte, Samen und Beeren

Über gepflasterte Steige spazieren wir durch das Farntal mit „lebenden Fossilien“, durch Wälder Südamerikas und Chinas hinauf zum Palmenstrand und dann weiter zum höchsten Punkt der Gärten hinauf, wo ein 15 Meter langer Steg mit dem Motto „Nur Gedanken sind frei“ ins Leere hinaus führt.

Für meine beiden Mädels ist die luftige, mit Edelstahl gebaute, Plattform kein erstrebenswertes Ziel. Die dahinter befindliche begehbare Großraumvoliere, wo Papageien (Aras und Gebirgsloris) wohnen, ist schon interessanter. Uns tun die Vögel etwas leid, pfeift doch ein recht frisches Lüftchen durch die Gitterstäbe. Zum Glück für sie, ist morgen der letzte geöffnete Tag der Gärten.

Gärten für Verliebte

Über "Seerosenblätter" zur Insel der Verliebten
Über „Seerosenblätter“ zur Insel der Verliebten

Von den Papageien geht es hinüber zum Garten für Verliebte. Ausblick auf die angezuckerte Texelgruppe genießen, über „Seerosen“ wandeln, auf der Insel der Liebenden Briefchen hinterlassen, ein wenig die Seele baumeln lassen – so vergeht die Zeit an einem herrlichen sonnigen November Werktag recht schnell.

Vom Garten für Verliebte steigen wir ab Richtung Ausgang. Tafeln mit Garten- und Landschaft Fotografien säumen den Weg. Heuer sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff Ausstellungsort des renommierten englischen Fotowettbewerbs „International Garden Photographer of the Year“. Die von einer internationalen Fachjury ausgewählten 50 Bilder sind wirklich grandios!

Die beste Mami von allen muss kurz hinaus zum Auto, den Kinderwagen holen. Anna und ich beschäftigen uns derweil fotografisch mit der Brücke, die vom Eingangsbereich zum Schloss hinüberführt. Anna darf mit dem großen Fotoapparat den Tati fotografieren.

Die botanische Unterwelt

Der Eingang zur Unterwelt wird vom Zerberus bewachtGärten von Schloss Trauttmansdorff
Der Eingang zur Unterwelt wird vom Zerberus bewachtGärten von Schloss Trauttmansdorff

Nun darf Anna ihr Mittagsschläfchen im, durch das weitläufige Gartengelände fahrenden, Kinderwagen genießen. Ich nutze die Gelegenheit und wage mich in die botanische Unterwelt. Im Vorhof der Hölle werde ich vom dreiköpfige Zerberus auf Englisch empfangen – ich hatte keine Lust auf die deutschsprachige Vorführung zu warten.

„Antrisch“, dunkel aber auch mystisch ist es hier in der Unterwelt. Lichter führen mich unter dem Höllenhund hindurch in einen Stollen. Der Unterwelt Fluss Styx wartet auf mich. Gedichte werden rezitiert. Es blitzt und donnert – ganz alleine gefangen in der Unterwelt. Mir graut es – meiner Kleiner werde ich dieses mystische Höllenspektakel wohl vorenthalten müssen. Schade! Es folgen mehrere Höhlen, jeweils durch finstere Gänge verbunden. Geleitet wird der Unterweltsbesucher durch ein beeindruckendes, hinter ihm erlöschendes und vor ihm erleuchtendes, Lichtleitsystem.

Garten Labyrinth

Der Hölle konnte ich entfliehen, nun gilt es der Kleinen nachzurennen, die den Ausgang durch das Gartenlabyrinth sucht. Anna ist begeistert, sie will gleich vier Mal durch das Gartenlabyrinth hindurch rennen.

Teich

Der Karpfenteich unter dem Schloss Trauttmansdorff
Der Karpfenteich unter dem Schloss Trauttmansdorff

Das Herz der Gärten von Schloss Trauttmansdorff bildet der große, begehbare Seerosen-, Lotus-, und Karpfenteich mit der Hintergrundkulisse des Schlosses. Das ist das Bild, mit dem die Gärten europaweit bekannt sind.

Touriseum

Wechselausstellung "Alpenpässen und ihre touristischen Bedeutung" im Tourismus Meran
Wechselausstellung „Alpenpässen und ihre touristischen Bedeutung“ im Tourismus Meran

„Auf die Pässe, fertig, los!“ – das Motto der aktuellen Wechselausstellung im Schloss Trauttmansdorff. Wir folgen der kurvenreichen „Passstraße“ die uns auf 8 berühmte Südtiroler Pässe führt. Am Straßenrand entdecken wir allerhand Kurioses: Motorräder aus Omis Zeiten, eine Tankstelle die aus einem Siebziger Film entsprungen scheint, bizarre Geschichten von Benzin in Drogerien kaufen, Staubmäntel in Autos tragen, Bäume ans Fahrrad binden um zu bremsen…

Unserer Eintrittskarte berechtigt uns auch zum Besuch des Touriseum und so spazieren wir durch die ehrwürdigen Räume des Schlosses. Touriseum steht für Südtiroler Landesmuseum für Tourismus. Das Museum erzählt die Geschichte des Südtiroler Tourismus. Entlang eines Parcours werden in inszenierten Räumen des Schlosses, zahlreiche Exponate rund um das Urlauben in Südtirol präsentiert und dazu interessante Geschichten erzählt.

Anna hat es ein Modellzug angetan, den sie mit einem schwarzen Knopf in Bewegung setzen kann.

Beim Südtirol-Flipper-Spiel im Tourismus Meran macht sich eine Kugel (=Tourist) auf einer Rinne auf die Reise durch die touristischen Klischees Südtirols
Beim Südtirol-Flipper-Spiel im Tourismus Meran macht sich eine Kugel (=Tourist) auf einer Rinne auf die Reise durch die touristischen Klischees Südtirols

Mir gefällt das Südtirol-Spiel besonders gut. Ein Raum füllendes dreidimensionales Südtirol Model aus Zirbelholz geschnitzt, das wie ein riesiger Flipper konzipiert ist. Wir dürfen über Hebel und Weichen eine Kugel durch die Ferienklischees Südtirols steuern und damit allerhand witzige Szenen in Bewegung setzen. Da fahren plötzlich Schafe in einer Seilbahn, es winken Gipshaxen aus dem Krankenhaus, der Oberspatz Helmut Rier und der Bergsteiger Reinhold Messner grinsen uns entgegen…

Nach dem Südtirol-Flipper kommen wir zu einer Kinderecke, wo Anna in die Kleider der Zeiten von Kaiserin Sissi schlüpfen darf.

Das Touriseum ist kein langweiliges „Beschaue-mich-aber-greife-mich-nicht-an-Museum“!

Infos zu den Gästen von Schloss Trauttmansdorf: www.trauttmansdorff.it

Fotos Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Weiter zum zweiten Teil des Tages:

Therme Meran

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