Vom Lavazè Joch zum Zanggen und zum Pampeago Pass

Der Zanggen, in Italienisch „Pala di Santa“, liegt nicht nur höhenmäßig im Schatten seiner bekannteren Nachbarn Weißhorn, Schwarzhorn und Latemar. Ziemlich unscheinbar fristet er am Rande des Skigebietes Obereggen/Pampeago sein Dasein. Wenn nicht die Zanggen-Skipiste rauf ginge, würde ich ihn wahrscheinlich nicht mal beim Namen kennen.

Am Zanggen: Blick zum Latemar, Rosengarten und Schlern
Am Zanggen: Blick zum Latemar, Rosengarten und Schlern

Darum möchte ich, nein wir, ihn heute näher kennen lernen. Geplant ist vom Lavazèjoch zu starten, über die Südwestflanke aufzusteigen, über die Nordflanke bis zur Ganischger Alm abzusteigen und an seinem westlichen Fuß zurück zum Lavazè Joch zu wandern.

Wir fahren über Auer, Aldein und Deutschnofen zum Lavazè Joch auf 1.800 m hinauf hinauf, parken das Auto kurz vor dem Pass auf einem großen Schotterparkplatz, der von unzähligen Campern in Beschlag genommen wurde und starten in südöstlicher Richtung, dem Wandersteig Nr. 547 574 folgend, zum Zanggen hinauf.

Die Wanderung führt uns zuerst über einen Forstweg, dann links abbiegend über einen schönen Wandersteig durch sehr lichten Wald bis zu einer Abzweigung hinauf.

Nun biegen wir scharf links ab. Der Steig wird jetzt etwas steiler, aber dafür noch schöner. Über Stock und Stein und Wurzelwerk steigen wir zum Zanggen (Pala di Santa) hinauf. Das letzte Stück geht oberhalb der Baumgrenze, über felsiges Gelände und Stufen und leicht ausgesetztenStellen, bis hinauf auf das „Hochplateau„.

Am Zanggen zwischen dem Lavazè Joch und dem Reiterjoch

Ist irgendwie komisch, zuerst steigt man über Felsblöcke mit fast Blockkletterei hoch und dann befindet man sich auf einer ebenen, grünen und saftigen Wiese.

Am Zanggen
Am Zanggen mit Blick auf Südtirols Süden und den Latemar

Allein sind wir nicht. Eine riesige Herde Ziegen, ich schätze mal 800 Stück, leistet uns Gesellschaft. Wir beide haben unsere Mitwanderer etwas abgehängt, darum machen wir Halt. Ich werkle an meiner Fotoausrüstung während die beste Ehefrau von allen den Essensproviant auspackt.

Ein Ruck geht durch die Ziegenherde. Ein kurzes Schauen und schon stürmen die ersten wagemutigen Geißlein der besten Ehefrau von allen entgegen. Ziemlich frech stecken sie ihre Schnauzen fast in den Rucksack. Eine der Ziegen hat einen ordentlichen Schnupfen und hustet ganz unverschämt der besten Ehefrau von allen ins Gesicht. Iiiihhh…

Wieder kommt mir ein Märchen aus Kindertagen in den Sinn. Du darfst raten – eins, zwei drei, letzte Chance vorbei. Die sieben Geißlein natürlich!

Am Zanggen mit Blick ins Fleimstal
Am Zanggen mit Blick ins Fleimstal

Inzwischen sind auch unsere Wanderfreunde angekommen. Wir steigern unseren Blutzuckerspiegel, rasten etwas und bestaunen die Bergwelt (Weißhorn, Schwarzhorn, Latemar, Schlern) rund um uns, bevor wir die leicht gegen Norden abfallende Wiese in Richtung Skigebiet Latemar absteigen.

Es dauert nicht lang bis wir bei der Bergstation des komplett neu erbauten Zanggen-Sesselliftes ankommen, der den alten Schlepplift ersetzt.

Ein breiter, etwas unschöner Schotterweg, wahrscheinlich ein Zufahrtsweg für die Bergstation des Liftes, führt uns in Serpentinen hinunter zum Pampeago Pass, der Ganischger Alm entgegen.

Ein Schrei, ein Lachen, die beste Ehefrau von allen sitzt auf ihrem Allerwertesten. So kann es gehen, wenn man nicht genau aufpasst. Mittlerweile ist der Weg nämlich extrem steil und der lose Schotter macht den Abstieg fast zu einer Abfahrt.

Ganischger Alm am Pampeago Pass

Wir kehren bei der Ganischger Alm ein und genießen die Sonnenstrahlen. Am Zanggen oben hat nämlich dauernd eine große Wolke den Sonnenball verdeckt.

Abstieg vom Zanggen mit Blick auf das Skigebiet Latemar Obereggen/Pampeago. Links die Ganischger Alm.
Abstieg vom Zanggen mit Blick auf das Skigebiet Latemar Obereggen/Pampeago. Links die Ganischger Alm.

Während unsere Wanderfreunde etwas essen, machen wir es uns bei den Liegestühlen vor dem Après Ski Zelt gemütlich. Wieder kommen Erinnerungen auf. Dieses Mal aber nicht aus Kindertagen, sondern aus den Tagen der Jugendsünden.

Hallo Fotograf ertönt es von hinten. Ich drehe mich um und sehe dem Armin vom Tirolerhof direkt ins Gesicht. „A do, wo seid’s es den gongen“. „Mir worn afn Latemar“. Traminer sieht man immer wieder auf Südtirols Bergen, das haben wir schon häufiger erlebt. Hier auf der Ganischger Alm scheint ein Eldorado für meine Mit-Dörfler zu sein.

Nun müssen wir aber weiter. Über den Führersteig (Nr. 9) geht es dieses Mal südöstlich am Fuße des Zanggen herum. Der Waldsteig ist hier sehr angenehm weich zu gehen. Plaudernd, aber immer zügiger wandernd, überholen wir mehrere Wandergruppen bis wir um 17.20 Uhr bei unserem Ausgangspunkt am Parkplatz vor dem Lavazè Joch ankommen.

Ein tolle Wanderung auf einen zwar nicht sehr bekannten oder berühmten Berg, dafür aber mit einem fantastischen Ausblick auf den südlichen Teil Südtirols und zwar auf die bekannten Bergspitzen des Schwarzhorns, des Weißhorns und des zerklüfteten Latemars.

GPS-Daten Lavazèjoch – Zanggen

Fotos Wanderung Zanggen

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8 thoughts on “Vom Lavazè Joch zum Zanggen und zum Pampeago Pass”

  1. Herbert says:

    Hab die Tour mal im Winter gemacht; ist mit Schneeschuhen nicht unbedingt weiterzuempfehlen … http://www.blog.suedtirol-reisen.com/2008/03/schneeschuhwandern-im-eggental.html

    Und richte dem Armin bei Gelegenheit mal schöne Grüsse von mir aus!

  2. admin says:

    Hallo Herbert, i hon deine Schneeschuhtour beim Schreiben bei einer kurzen Recherche bzgl. Zanggen gefunden gehabt und damals überflogen. Hab mich dabei gewundert, dass du dich getraut hast da mit den Schneeschuhen hinauf zu gehen. Ist sicherlich etwas gefährlich gewesen…

    Wia kimsch du den zum Armin? Af jeden Foll wear i in Gruaß ausrichten.

  3. Luis says:

    Hallo Dietmar,
    im Winter geht es vom Zanggen leichter abwärts als aufwärts.
    Das habe ich eindeutig festgestellt.
    Gruß
    Luis

  4. admin says:

    Hallo Luis,
    kann ich mir gut vorstellen, wenn ich an unseren Aufstiege denke.

  5. Familie Strauch says:

    Hallo Dietmar! Wir haben Deine Wanderung im Juli´12 mit unserer 11 jährigen Tochter gemacht .Es war toll.Zu Beginn der Anstieg zum Zangen war zwar steil , aber man ist zu diesem Zeitpunkt ja auch noch voll motiviert.Der Weg von der Ganischger Alm ist sehr gut zu gehen und obwohl die Strecke sich in die Länge zieht ohne große Mühe zu bewältigen .Das einzige unschöne Stück ist der super steile Abstieg über die Schotterpiste vom Zangenerplateao zur Alm.Wir haben auch noch andere Wanderungen von Dir gemacht (z.B.um den Cislon)und fühlten uns immer gut geführt .Danke und zeig uns weiter tolle Wege in Deiner Heimat .Fam. Strauch

  6. Dietmar says:

    Hallo Familie Strauch,

    super, dass es euch gefallen hat. Ich kann nur beistimmen. Eine tolle Tour, nur der Abstieg über die Piste ist etwas unfein.

    Danke für die nette Rückmeldung.

    LG
    Dietmar

  7. Stefano Eleuteri says:

    Wandersteig 574, nicht 547.

  8. Dietmar says:

    Hallo Stefano, danke dir. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr an die Nummer erinnern, darum halte ich mich an den Wanderkarten. Komischerweise steht in der Karte des Wegenetzes der Provinz Bozen 547 als Wegnummer drin. Ist aber wahrscheinlich ein Fehler, denn in allen anderen Karten steht – wie du sagst – 574 drin. Ich habe es nun berichtigt. Nochmals danke.

    Grüße

    Dietmar

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