Wallfahrt Madonna della Corona

Die eindrucksvolle Wallfahrtskirche "Madonna della Corona" an einer Felswand des Monte Baldo
Die eindrucksvolle Wallfahrtskirche „Madonna della Corona“ an einer Felswand des Monte Baldo

Geburtstag Anna. Das heißt natürlich Wallfahrten! Warum? Ja, weil sich das so gehört, sagt die beste Mami von allen und weil das jetzt eh schon Tradition ist. Ach so? Ja, haben wir immer so gemacht. Nur einmal haben wir die Wallfahrt ausgelassen. Vor zwei Jahre ging es nicht, da waren wir im Krankenhaus. Voriges Jahr waren wir San Romedio. Und jetzt, heuer, ist es natürlich schon Tradition.

Die beste Mami von allen weiß, was sie will! Ok, dann nehme ich mir frei und wir machen einen Ausflug, den zum 100sten Mal Maria Weissenstein, kommt für mich nicht in Frage.

Wallfahrtskirche Madonna della Corona

Madonna della Corona, die Wallfahrtskirche in einer Ausbuchtung an der Felswand des Monte Baldo, ist nicht nur für Pilger ein erstrebenswertes Ziel, auch Architektur Begeisterte kommen beim Besuch dieses herrlichen sakralen Gebäudes auf Ihre Kosten.

Die beste Mami von allen lässt sich überreden von Maria Weissenstein abzurücken. So geht es über die Brennerautobahn hinunter bis zur Ausfahrt Affi. Affi, da klingelt es in meinem Kopf. Am besten ich sag mal nichts. Ich werde meine Idee nach der Wallfahrt deponieren, das ist idealer. Nach 7 Ehejahren habe ich gelernt, dass meine seine Wünsche nicht einfach so dahinklatschen kann. Dabei kommt es nicht so sehr auf das Feingefühl an, nein, es geht um den richtigen Moment.

Nach der Ausfahrt müssen wir einige Kilometer zurück. Leicht ansteigend geht es durch die überraschend schöne Mittelgebirgslandschaft hinauf nach Spiazzi (773 m), einer Fraktion der Gemeinde Caprino. Ich wundere mich. Weinberge säumen den Weg, aber auch zahlreiche brach liegende Wiesen. Das gäbe es bei uns in Südtirol nicht. Wo Wein wächst, da wird jeder Quadratmeter ausgenutzt. Brach liegen lassen, das gibt es in Tiroler Landen nicht.

Wallfahrtsort Spiazzi

Eine Station des Kreuzgangs vom Parkplatz Spiazzi zur Wallfahrtskirche adonna della Corona
Eine Station des Kreuzgangs vom Parkplatz Spiazzi zur Wallfahrtskirche adonna della Corona

Wie recherchiert treffen wir in Spiazzi auf einen Parkplatz. Dalli, dalli, dann geht es sich vielleicht noch aus zum Beginn der Messe unten bei der Kirche zu sein. Von Spiazzi aus muss man nämlich – für uns ungewohnt – absteigen. Die Straße ist gleichzeitig ein Kreuzgang mit mannshohen Bronzefiguren. Leider haben wir nicht die Zeit uns jede Station des Kreuzganges genau anzusehen. Nach einigen Metern glotzen uns zwei Alpakas entgegen. Die Anna schaut erstaunt, augenscheinlich erinnert sie sich an die Familienwandeurng zur Malga Kraun.

Scheinbar hat hier ein Bauer eine Alpakazucht. Eine Schild „Azienda agricolo Elalpaca“ bringt die Bestätigung. Nach dem Bauernhof können wir ins Etschtal hinunter blicken. Der Treppensteig, welcher von Brentino herauf führt und früher der einzige Zugang zur Einsiedelei Madonna della Corona war, ist sichtbar. Dieser Wanderweg, wäre zwar interessant, aber für uns mit Kinderwagen unmöglich machbar gewesen.

Die Kirche Madonna della Corona

Eine senkrechte Felswand mit einer „Ausbuchtung“ in Form einer Kirche. Wow, der Wallfahrtsort Madonna della Corona ist aus architektonischer Sicht ein wahres Spektakel. Grandios das in den Felsen verankerte Gebäude. Wir sind mittlerweile nicht mehr in Eile, denn die Zugangsstraße zur Wallfahrtskirche erweist sich als  kürzer als recherchiert.

Das letzte Stück des Weges führt durch einen Felstunnel, dem es zu verdanken ist, dass wir gemütlich von Spazzi herunter spazieren können und nicht den abenteuerlichen Steig von Brentino herauf nehmen mussten.

Vor dem Eingang der Basilika Madonna della Corona
Vor dem Eingang der Basilika Madonna della Corona

Der steile Treppenaufgang zur Kirche zieht den Blick des Betrachters auf sich und leitet ihn hinauf zum in den Fels eingebuchteten Bauwerk. Ich bin begeistert. Die beste Mami von allen verschwindet im Eingang, kommt aber schnell wieder heraus. Die Messe ist nicht hier, die ist im unteren Stock in der Beichtkapelle. Die Anna möchte alleine die steile Steintreppe hinunter. Keine Chance, viel zu gefährlich.

Messe Madonna della Corona

Halb elf, die Messe beginnt. Obwohl Montagvormittag sind wir nicht alleine. Die zwei italienischen Priester sind sehr redegewandt und unterstützen ihre Predigt – wie bei vielen Italienern üblich – mit Armen und Händen.

Die Scala Santa
Die Scala Santa

Heute muss ich der Messe lauschen, denn die beste Mami von allen hat alle Hände voll zu tun. Sie muss der Anna hinter her zu rennen und sie betteln leise zu sein. Das gelingt halbwegs, auch weil es in der Beichtkapelle viel zu entdecken gibt wie z.B. die „Scala Santa“, die heilige Treppe, über die man auf den Knien und betend hinauf zur berühmten Abbildung der „Madonna della Corona“ kommt.

Die Anna schafft es die heilige Messe nicht nennenswert zu stören. Spitze plus!

Besichtigung

Nach der Messe steigen wir wieder die große Steintreppe zum Hauptkirchenschiff hinauf. Gewaltig, die Westwand der Wallfahrtskirche ist tatsächlich die Felswand. Tritt man ein, dann wundert es den Betrachter wie groß der Innenraum ist. Eine Bronzestatue der Schmerzensmutter auf einer Dornenkrone, umarmt von fünf Engelsgruppen direkt auf der Felswand befestig, bildet die zentrale Hauptattraktion des Gotteshauses.

Innenansicht Basilika Madonna della Corona
Innenansicht Basilika Madonna della Corona

Schaut man kerzengerade nach oben, dann blickt man direkt in die Kuppel der Basilika, wo ein rundes Fenster wiederum den Blick auf den blanken Fels frei gibt.

Schön von außen und innen, die Wallfahrtskirche Madonna della Corona ist auf jeden Fall einen Besuch wert, egal ob man zum Beten oder nur zum Schauen kommt.

Ich mache noch einen Rundgang in die unteren Stockwerke zur Gebetswand und zur Grabstätte der Einsiedler, welche in Glasurnen ausgestellt sind.

Rückweg

Halb zwölf, die Anna muss verköstigt werden. Wir spazieren zurück zum Alpaka Bauernhof. Wären wir nicht mit dem Kinderwagen unterwegs, könnten wir auch die zahlreichen Treppen nehmen, welche die Kehren der neuen Zufahrtsstraße dramatisch abkürzen.

Rucksackjause, Zeit meinen Vorschlag zu deponieren!

„Anna hot’s dir gfolln? Willsch nou a Geburtstagsüberraschung?“

Die Anna schüttelt eifrig den Kopf, die beste Mami non allen ist ausgestochen *g*

Zur Überraschung (folgt demnächst)

GPS-Track Wallfahrt Madonna della Corona

Fotos Madonna della Corona

Alternative GPS-Track Brentino – Madonna della Corona

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2 Gedanken zu „Wallfahrt Madonna della Corona“

  1. Karl-Heinz Weller says:

    Hallo Dietmar
    Da ich zwar mehrmals am Gardasee, aber nicht in dieser Ecke war, sind diese phantastischen Bilder und Eindrücke mal was total Neues für mich, super toll, vor allem die Aufnahmen in die „Tiefe“ sind dir wieder grandios gelungen.
    Na ja solche Sachen werde ich nur bei deinen Bildern kennenlernen können …., die biologische Uhr tickt gegen mich, aber ich werde hoffentlich noch vieles schönes in Deiner Heimat oder den Bergen erleben können, daher schaue ich ja mal bei Dir rein, um „neues“ kennen zu lernen.
    Super
    Bis bald

  2. Dietmar says:

    Wow, endlich habe ich es mal geschafft einen Bericht zu einem Ort zu verfassen wo du noch nicht warst. Habe schon fast verzweifelt.

    Die Wallfahrtskirche Modanonna della Corona ist total cool. Wenn du in der Nähe bist, solltest du vorbei schauen oder besser noch vom Etschtal rauf wandern. Müsste ein interessanter steig sein.

    Grüße
    Dietmar

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