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Gewürztraminer Weinwanderung

Zuerst über den Kreuzgang hinauf auf den Kastelaz Hügel zur „Vigna Kastelaz“ der Elena Walch den Gewürztraminer Kastelaz verkosten, dann hinüber zum Schloss Rechtenthal die Gewürztraminer der Kellerei Ritterhof / Roner probieren, anschließend über den Schleichweg „Drei-Häuser“-Kolbenhof auf die Reitwiese zum Hofstätter hinauf, natürlich wiederum den goldgelben „Weißn“ verkosten, weiter zum Nussbaumerhof den Gewürztraminer „Nussbaumer“ genießen und über den Plattenhof und dem Naturerlebnisweg zurück nach Tramin wandern um den Fotorucksack abstellen zu können und ohne Fotostress die Gewürztraminer Weinwanderung gemütlich – so wie es auch jeder normale Weinwandertag Besucher machen würde – ausklingen lassen. So der Plan.

Nun geht es an die Umsetzung. Da Wein und Kleinkind nicht unbedingt ideal harmonieren, begleiten mich nicht meine Mädels, sondern der Andreas. Irgend jemand muss schlussendlich das Glas ins Licht halten, wenn ich es fotografieren will.

Weingut Elena Walch

Weingarten bzw. Vigna Kastelaz
Weingarten bzw. Vigna Kastelaz

10.15 Uhr. Wir stehen vor dem toskanisch anmutendem Wirtschaftsgebäude auf dem Kastelaz Hügel. Der Blick streift über den gegen Süden ausgerichteten Weinberghang ins Dorf Tramin hinunter, bleibt kurz am imposanten Kirchturm mit seinem glitzernden Tramin-Wappen hängen um dann über die Traminer „Leitn“ zur Fraktion Rungg hinaus zu schweifen.

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Weinwandertag in Kaltern

Meist ist die Apfelblüte knapp vorüber, wenn das das Weindorf Kaltern zum alljährlichen Weinwandertag lädt. Dafür verleihen frischen Triebe von Weinreben der Landschaft rund um den Kalterer See einen herrlichen gelbgrünen Anstrich.

Wie fast jedes Jahr haben wir auch heuer beschlossen dem zweiten Teil der Einladung „Weinwandertag“ Tribut zu zollen. Auch wenn ich gut verstehen kann, dass so mancher Besucher der Wein- und Wanderveranstaltung lieber mit den bereit gestellten Shuttle Bus zwischen den zahlreichen Weinbetrieben hin und her pendelt, um der Zeitersparnis wegen so die meisten Weinaufschankstationen abgrasen zu können, so ist uns trotzdem die Komponente Wandern wichtiger.

Weinberg im frischen Trieb
Weinberg im frischen Trieb

Von den Parkplätzen am Kalterer See wandern wir hinauf zum Kellerlabyrinth des Weingutes Dominikus.

Wir kehren nicht ein, da wir den einmaligen Keller bereits kennen. Der Steinmauerkeller des Dominikus wäre jedes Jahr wieder interessant anzusehen; wir hoffen aber, dass Anna im in Bewegung gehaltenen Kinderwagen bald einschläft.

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Weinlehrpfad Kurtatsch und die Sache mit der Hexerei

Blick vom Weinlehrpfad Kurtatsch auf die Weinberge
Blick vom Weinlehrpfad Kurtatsch auf die Weinberge

Wenn nur noch die Eiswein-Trauben hängen, die normale Weinlese vorüber ist, dann hat meist auch landschaftlich der Herbst im Süden Südtirols Einzug gehalten. Die ersten Weinbergblätter verfärben sich, die Luftschichten werden klarer, die Temperaturen sinken. Da zieht es plötzlich nicht nur Spaziergänger und Wanderer, sondern auch Bergsteiger in tiefere mildere Gefilde.

So auch uns beide. Ok, die beste Ehefrau von allen schleppt zurzeit zu alledem auch noch ein Handicap mit sich rum. Das ist in unserem Fall ein weiterer triftiger Grund eine einfache, in warmen Lagen, befindliche Wanderung auszusuchen. Der Weinlehrpfad in Kurtatsch ist für Traminer nur einen Katzensprung weit entfernt.

Die Trauben sind bereits geerntet. Somit fehlt dem Weinlehrpfad sein süßes Hauptmerkmal. Aber stattdessen kann der Lehrpfad ganzjährig den Geruchssinn versorgen. Wie?

Entlang des Weinbergweges haben die Kurtatscher Weinexperten Kinderfaust große Amphoren aufgehängt. Der Clou der Aktion: irgendwie haben es die Kurtatscher geschafft, Düfte in diese Amphoren hinein zu bannen. Wie das geht? Keine Ahnung, Zauberei, Hexerei? Ich weiß es nicht.

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Weinlehrpfade im Süden Südtirols

Wein und Wandern – eine ideale Kombination. Und weil sich Natur- und Kulturgenuss bei einer Wanderung durch die Weinberge am südlichen Ende von Südtirol so herrlich verbinden lassen, hier einmal eine Auswahl an Naturlehrpfaden rund um den Wein:

„Terlaner Weinweg“ Terlan, Länge: 3,5 km, Gesamtgehzeit: ca. 1,5 h
„Hoher Weg-Gschleier“ Girlan
„wein.weg“ Kaltern, Länge: 7,5 km, Gesamtgehzeit: 3 h
„Kurtatscher Weinlehrpfad“ Kurtatsch, Länge: 1,5 km, Gesamtgehzeit: ca. 1 h

Auch die geologischen Besonderheiten der Region können auf eigens angelegten Wanderwegen entdeckt werden. Besonders zu empfehlen sind:

Naturlehrpfad Gleifkirche – Eppaner Eislöcher, Eppan, Länge: 3,5 km, Gesamtgehzeit: 1,5 h
Botanischer Lehrpfad Kleiner Montiggler See, Montiggl, Länge: 1 km, Gesamtgehzeit: ca 0,75 h
Naturerlebnisweg Castelfeder, Montan/Auer, Länge: 2 km, Gesamtgehzeit: 1 h

Safari in Südtirol

Auf Safari in Südtirol?
Ja, auch das geht.

Wein und Wandern, zwei der schönsten Dinge mal anders: Anlässlich der Weinstraßenwochen (13.05.-12.06.2010) gibt es heuer am 27. Mai eine Weinsafari. Der erlebnisreiche Tage beginnt in einer Sektkellerei. 3 Sorten Sekt warten dort auf ihre Verkostung bis es unter fachkundiger Führung auf Schusters Rappen durch eines Winzers Reich geht. Zum Degustationsmenü am Mittagstisch stellt der Winzer dann auch drei seiner edlen Tropfen vor. So verwöhnt führt der Weg schließlich in die Landeshauptstadt Bozen, die sich von ihrer weinhaltigen Seite zeigt.
Was fehlt, um die Safari  zwischen alpenländischer Tradition und mediterranem Lebensgefühl im Süden Südtirols stilvoll ausklingen zu lassen? Genau: die bekömmlichen italienischen Spezialitäten. Doch keine keine Angst, auch dafür ist gesorgt, so kann die Reise in aller Leichtigkeit zu Ende gehen.

Eröffnung des „Terlaner Weinweges“

Nicht nur der Spargel liebt den mineralhaltigen Boden rund um Terlan. Auch die Sauvignon-Traube, aus der der „Spargelwein“ gekeltert wird, gedeiht hervorragend im milden Klima des Etschtales.

Und weil sich beide, Spargel und Wein, so gut ergänzen und der Weinbau in Terlan bereits auf eine 2.000jährige Geschichte zurück blickt, wird am 25.Mai 2010 der neue Weinweg offiziell eröffnet. Entlang des 3,5 Kilometer langen Wanderweges durch das Weinbaugebiet informieren Schautafeln in drei Sprachen über Weinkultur und Lebensart. Gestartet wird bei der traditionsreichen Terlaner Kellerei, die bereits seit 117 Jahren für qualitativ hochwertige Weine sorgt. Leicht, informativ und reich an schönen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt ist dieser, rund eineinhalb Stunden dauernde Spaziergang unbedingt zu empfehlen.

Weinlehrpfad in Kurtatsch in Südtirols Süden

Ganz im Süden Südtirols – nein, nicht ganz im Süden, aber fast, auf jeden Fall noch weiter im Süden als Tramin – liegt Kurtatsch, das Heimatdorf der besten Freundin von allen. Und was kann das Weindorf Kurtatsch so bieten? Weinberge so weit das Auge reicht, eine tolle Aussicht und – einen Weinlehrpfad!

Wie der Name schon sagt, soll uns der Pfad was lehren. Da sind wir aber ganz gespannt!

Wir starten auf der Weinstraße, bei der Kreuzung, welche ins Dorfzentrum von Kurtatsch führt. Etwas oberhalb dieser Kreuzung biegen wir links in die Angela-Nikolletti-Straße ab und folgen dem Straßenverlauf. Es dauert nicht lange bis uns das erste Schild den Weinlehrpfad ankündigt. Bald geht es rechts auf einem Schotterweg in die Weinberge rein. Die Lehre kann beginnen. Der Weg ist ziemlich furchig und darum leider nicht für Kinderwagen & Co geeignet, aber Bergschuhe sind nicht unbedingt Pflicht. Wir spazieren also durch die Weinberge. Wo bleibt die Lehre? Aha, die erste Informationstafel schaut uns schon entgegen! Ja, schön Informationen rund um die Rebe, den Wein, die Weinproduktion, das Weinbaugebiet. Nett, informativ.

Amphoren mit den Gerüchen des Weins hängen am Wegesrand des Weinlehrpfad Kurtatsch im Südtirol Süden
Amphoren mit den Gerüchen des Weins hängen am Wegesrand des Weinlehrpfad Kurtatsch im Südtirol Süden

Mal schauen, was die nächste Informationstafel uns lehrt. Da vorne steht sie schon, aber nein, ich habe mich getäuscht, keine Informationstafel, sondern „nur“ eine kleine, lustige Amphore, die an einer Kette baumelnd den interessierten Wein-Wanderer sehr neugierig macht. Verschlossen ist das tönerne Gefäß mit einem Korken. Die Spannung steigt! Der Unterfertigte kann’s natürlich nicht unterlassen, der Korken muss runter, was wird da wohl drin sein? – Leer ist sie, gar nix ist da drin… aber – ein starker, aromatischer Duft steigt aus der Amphore empor! Jetzt klingelt’s: ein Ratespiel: wer „erriecht“ den Duft? Toll, das ist schon mal was anderes, als die von unzähligen anderen Wanderungen bekannten Informationstafeln! Die Auflösung wird natürlich auch geliefert. Diese hängt an einer weiteren Kette und versteckt sich in einem Faltblatt, damit man erst mal riechen und raten kann. Das gefällt mir – auch wenn es mit dem „Erriechen“ des Duftes nicht so recht klappen will 😉 .

Interessante Wanderung: schauen, riechen, sich informieren. Ein Erlebnis für die Sinne und Stoff für die Gehirnzellen! Was fehlt da noch? Das Schmecken natürlich! Ein fertiger Tropfen muss her, aber von woher? Volle Wein-Flaschen baumeln leider nicht an den Ketten. Gut, man könnte natürlich von der einen oder anderen bei der Weinlese vergessenen Traube naschen, aber ich hätte trotzdem lieber einen Schluck fertig produzierten Wein.

Die beste Freundin von allen kann mich beruhigen: Am Ende des Weinlehrpfades, in der Fraktion Entiklar, liegt das Weingut und die Einkehrmöglichkeit Tiefenbrunner. Da gibt es gut herrliche Tropfen. Ich bin beruhigt und wir gehen weiter.

Angekommen in Entiklar folgt das böse Erwachen: Castel Turmhof, so nennt sich die Einkehrmöglichkeit des Weingutes Tiefenbrunner hat am Sonntag geschlossen 🙁 . Schade, mir bleibt nichts anderes übrig, als einen kurzen Blick hinter die geschlossene Schranke des Weingutes Tiefenbrunner zu werfen und traurig abzumarschieren. Wer weiß, wofür es gut ist.

Da die beste Freundin von allen nicht den gleichen Rückweg nehmen will, beschließen wir die Talsohle durchquerend den Weinlehrpfad zu einer Rundwanderung zu verlängern.

Wir verlassen also Entiklar in östlicher Richtung. Zufällig wenden wir einen Blick nach rechts und trauen unseren Augen nicht: ein echter Vogel Strauß. Da hat jemand ein Stück Weinberg eingezäunt und hält sich tatsächlich einen afrikanischen Riesenvogel. Man kann also im Süden Südtirols auch Exotisches entdecken.

Nun überqueren wir die Weinstraße und folgen anschließend links einbiegend der Beschilderung Breitenbach bis wir die Handwerkerzone von Kurtatsch erreichen. Ein interessanter Rückweg: Von der Talsohle hat man eine gute Aussicht nach oben zu den Weinbergen, durch die der Weinlehrpfad geführt hat.

Wir durchqueren die Handwerkerzone, biegen zuerst rechts und dann links ab und gehen 100 m entlang der Straße bis wir zu unserer Linken ein Schild mit der Beschriftung Millastiege sehen. Genau da wollen wir hin. Die Millastiege bringt uns nämlich von der Talsohle wieder hinauf nach Kurtatsch.

Wir biegen also links in die Obstwiesen ein und folgen dem Weg. Ein Blick nach links lässt uns wieder verwundert inne halten. Denken Sie mal an die Damen, die vor den Skihütten in Liegestühlen mit einer Alu-Spiegelhalskrause ihre Haut in Leder umzuwandeln versuchen. Genau das gleiche bietet der innovative Kurtatscher Bauer seinen Äpfeln. Obstwiesen werden mit weißem, reflektierendem Stoff ausgelegt, damit dieser so viele Sonnenstrahlen wie möglich zu den Äpfeln hoch reflektiert. Kurios, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus und denken schon an die nächste Diskussion zwischen Bauern und Touristikern (man erinnere sich an die Hagelnetzdiskussion).

Jetzt gehen wir links an einem alleinstehenden Haus vorbei und erreichen kurz darauf die Millastiege. Über Betontreppen steigen wir hinauf. Neben einem kleinen Bach, der sogar ein, zwei Miniwasserfälle bieten kann, eine überdachte hölzerne Brücke passierend, gelangen wir zur Weinstraße von Kurtatsch.

Zuerst muss die beste Freundin von allen aber die Martini-Trauben von ihrem Schicksal – den Erfrierungstod zu sterben – erlösen! Martini-Trauben sind keine Rebsorte, sondern jene Trauben, welche zur Weinlese noch nicht reif waren und darum hängen gelassen wurden. Diese Trauben reifen erst zum Martini-Fest, darum Martini-Trauben. Die beste Freundin von allen behauptet, die Martini-Trauben darf man nehmen, ich bin zwar nicht dieser Meinung, aber das Schicksal nimmt seinen Lauf, die Martini-Weimer müssen daran glauben und wandern in unsere Mägen.

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben, geht es noch 5 min weiter bis wir unseren Ausgangspunkt auf der Südtiroler Weinstraße erreichen.

Ich hoffe, Sie haben nun auch Lust nach Kurtatsch zu gehen und den Weinlehrpfad zu erleben. Sie werden nicht enttäuscht sein: Aussicht genießen, sich über den Wein informieren, riechen, Exotisches (Vogel Strauß, Bräunungssystem für Äpfel) bestaunen, einfach ein tolles Erlebnis für Jung und Alt.

360° Fotos rund um den Weinlehrpfad

Fotos Weinlehrpfad Kurtatsch