Wanderung vom Rittner Horn zur Sarner Scharte

wandern vom Rittner Horn zur Sarner Scharte
wandern vom Rittner Horn zur Sarner Scharte

Ein Blick durch unser Küchenfenster zeigt die Sarner Scharte, den Hausberg der Sarner, jenes Völkchens das den Urbegriff des folkloristischen Südtirolers darstellt. So verbindet die beste Ehefrau von allen und mich, mit den Sarnern, ein Blick durchs Küchenfenster.

Heute wollen wir diese Verbindung etwas stärken, indem wir die Sarner Scharte besteigen. Wer den traditionellen Steig von Sarnthein steil zur Scharte empor wählt, der sollte fit sein. Darum entscheiden wir beide uns für den gemütlicheren, aber etwas längeren, Anstieg vom Rittner Horn aus.

Von Pemmern (1.538 m) geht es mit der Rittner Horn Seilbahn bis zur Schwarzseespitze auf 2.068 m hinauf.

Obwohl wolkenloser Himmel und verhältnismäßig hohe Temperaturen benötigen wir unser Wanderhemd; des ständig pfeifenden Windes wegen. Ich bin eigentlich recht froh darüber, weil ich mir gestern auf der Alplerspitz einen leichten Sonnenbrand geholt habe. So mit langen Ärmeln laufe ich zumindest nicht Gefahr den heizenden Brand zu verstärken.

Entlang des Naturlehrpfades Klangweg geht es recht gemütlich bis Gasthof Unterhorn und dann vorbei an der Felturner Hütte bis zu Oberhornalm hinauf. Der Almweg führt uns links um das Rittner Horn herum. Die linke Flanke des Rittner Horns überrascht mit Alpenrosen. Ich bin begeistert, denn bis heute habe ich das Rittner Horn immer nur, von der in meinem Augen, nicht so schönen Südseite, also der Skibergseite gesehen. Hier an der Westseite entpuppt sich das Rittner Horn plötzlich als richtig traditionelle Alm. Sehr schön!

Über den Europäischen Fernwanderweg E10 wandern wir nun leicht abwärts bis zum Gasteiger Sattel hinunter. Ab hier befinden wir uns bereits auf Villanderer Gemeindegebiet.

Fast hätten wir die Abzweigung zur Sarner Scharte verpasst, wahrscheinlich weil es das einzige vernachlässigte, stark verwitterte, Schild auf dem 3 bis 4 Schilder tragenden Wegweiser ist.

Wir biegen links ab und folgen der Markierung Nr. 3 durch Almwiesen hindurch. Wir sind nun alleine unterwegs, die meisten Wanderer sind am Gasteiger Sattel gerade aus Richtung Villanderer Alm oder Villanderer Berg gewandert. So genießen wir die ruhige Zweisamkeit und erfreuen uns am stetig schöner werdenden Wandersteig. Vereinzelte Alpenrosen säumen den Weg, ein Hochmoor muss gequert werden, verstreute Felsbrocken machen den Steig abwechslungsreich. Allmählich werden die Felsbrocken mehr und mehr, sodass wir vom Wandern zum Blockfelsen Gehen übergehen müssen.

Zu unserer Linken rauscht ein Bach unsichtbar zwischen den Felsbrocken in Richtung Tal.
War es beim Start an Rittner Horn noch schön kühl und windig ist es nun hier im Königslacken sehr warm, mit stehender Luft.

Die kleine Scharte, das Schartl mit dem Biwak ist bereits in Sicht. Jetzt müssen wir nur noch die von der Sarner Scharte und dem Villanderer Berg eingekesselten Königslacken queren und in Serpentinen den steilen gerölligen Steig zum Biwak aufsteigen.

Ich habe so meine Mühe der besten Ehefrau von allen zu folgen, die Beine sind noch von gestern schwer und der Rucksack drückt.

Am Schartl

Beim Biwak am Schartl unter der Sarner Scharte
Beim Biwak am Schartl unter der Sarner Scharte

Um 13:15 Uhr ist es geschafft. Wir stehen auf dem Schartl beim Biwak, nur knapp unterhalb richtigen Scharte.

Fotopause, Tiefblick ins Sarntal entlang des Steigs Nr. 3 genießen, Panoramablick in Richtung Dolomiten einfangen, Biwak anschauen und dann bin ich soweit die letzten Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz zu bestreiten.
Diese erweisen sich als überschätzt, so erreicht nicht nur die beste Ehefrau von allen, sondern auch der Unterfertigte relativ frisch, die in unserem Küchenfenster, oft bestaunte Sarner Scharte.

Auf der Sarner Scharte

Auf der Sarner Scharte
Auf der Sarner Scharte

Der Tiefblick auf das Sarner Dorf Sarnthein ist genial. Leider lässt die Fernsicht etwas zu wünschen übrig. Schade.

Mit Maurersenkel und viel Gedult bis das untypische Pendel Ruhe gibt, fotografiere ich einmal rund herum. Wer sich nun fragt, warum wieso ich beim rundherum Fotografieren einen Mauerersenkel benutze, dem sei nun so viel gesagt. Der Senkel ist der Ersatz fürs schwere Stativ und den noch schweren Kugelpanoramakopf. Ok, die Erklärung ist etwas dürftig ausgefallen aber ambitionierte Panoramafotografen wird ein Licht aufgehen. Da fällt mit ein Zitat von meinem ersten Sommerjobchef ein „Blöd sein kannst du wie viel du willst, aber zu helfen musst du dir wissen!“
Darum merke: Wer älter wird und keine zusätzlichen sechs Kilogramm mehr schafft, der nehme stattdessen einen Maurersenkel. Wiegt nur circa 300 Gramm 😉

Am Gipfelkreuz auf der Sarner Scharte
Am Gipfelkreuz auf der Sarner Scharte

Der umgekehrte Blick in unser Küchenfenster bleibt uns leider verwehrt. Zu „diesig“ wie wir Südtiroler sagen würden. Leider.

Villanderer Berg

So bleiben wir nicht lange und brechen auf um im weiten Bogen zum Villanderer Berg hinüber zu wandern. Eine wenige Höhenmeter hinunter, dann wieder hinauf und schon stehen wir auf den um 50 Meter höheren Berg und werden überrascht. Neben dem Gipfelkreuz steht eine riesige steinerne Weltkugel und ein Fernrohr, welches mit einer Gradeinteilung und einer Legende versehen ist. So kann man nach entsprechender Einstellung die wichtigen Gipfel rund um den Villanderer Berg von ganz nah erkunden. Der Ortler im Südwesten, die Wildspitze im Westen, die Dolomiten im Osten alles dabei.

Auf dem Villanderer Berg
Auf dem Villanderer Berg

15:20 Uhr, höchste Zeit aufzubrechen. Der Abstieg vom Villanderer Berg ist wenig beschwerlich; er führt uns an der optischen Grenze Ritten-Villanders vorbei (optisch, weil politisch ist alles Villanderer Gemeindegebiet), wo wir auf die Villanderer Alm hinüber blicken können. Die meisten Sonntagswanderer haben genau diese Tour gemacht; sie sind vom Rittner Horn gemütlich zur Villanderer Alm hinüber geschlendert.
Wir beide gehen nun auch diesen Weg, den der Fernwanderer auch als E10 kennt. Zügig wandern wir bis zum Gasteiger Sattel zurück und dann leicht ansteigend um das Rittner Horn bis zum Unterhorn hinüber. Der Blick auf den Schlern und den Rosengarten ist nun bedeutend eindrucksvoller als in der Früh. Die Abendsonne lässt fast jede Felsritze erkennen. Am Morgen waren die bleichen Dolomitenwände noch im Schatten versunken.

Die beste Ehefrau von allen will nicht mit der Seilbahn zu Tale fahren. Das heißt wir müssen zu Fuß nach Pemmern hinunter. Zuerst nur schnell wandernd, dann im Laufschritt, unterbieten wir die veranschlagte Abstiegszeit um mehr als die Hälfte und kommen um 18:15 Uhr beim Parkplatz in Pemmern vor dem Hotel Zirm an.

Eine wirklich schöne, nicht ganz so anstrengende, Bergtour liegt hinter uns. Vor allem der Steig vom Gasteiger Sattel bis zur Sarner Scharte liegt etwas abseits der Mainstreamwanderwege und stellt das landschaftliche Highlight dieser Tour dar.

Eckdaten der Wanderung

  • Start: Pemmern, Talstation Rittner Horn Seilbahn (1.550 m)
  • Start Wanderung: Bergstation Rittner Horn Seilbahn, Schwarzseespitze (2.070 m)
  • Ziel: Sarner Scharte (2.4550 m), Villanderer Berg (2.510 m)
  • Einkehrmöglichkeiten:
    • Unterhornhaus, Felturner Hütte
  • Strecke: 27 km, 24,5 km (abzüglich Seilbahn)
  • Höhenleistung: 1.455 m (836 abzüglich Seilbahn)
  • Höhenleistung Abstiege: 1.349 m
  • Wegart: einfacher Wandersteig
  • Reine Gehzeit: 4 bis 5 Stunden

GPS Track der Bergtour Rittner Horn-Sarner Scharte-Villanderer Berg

Fotos Rittner Horn, Sarner Scharte, Villanderer Berg

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3 Gedanken zu „Wanderung vom Rittner Horn zur Sarner Scharte“

  1. Karl-Heinz Weller says:

    Hallo Ihr Lieben

    Nicht dass der Eindruck erweckt wird, da war der auch schon wieder, nein ich will dir nur mehr zu deinen tollen Panoramafotos rund um das Rittner Horn gratulieren.
    Wenn man selbst wie ich in diesem Gebiet war und noch alte „Dias“ von dieser Zeit hat, dann genießt man die neuesten Techniken deiner tollen Fotografie von diesem Gebiet, die Erinnerung daran wird total lebendig.

    Als ich vor rund 20 Jahren mit 2 Kumpels von Oberbozen, nach Pemmern und so wie ich mich erinnere mit dem alten Sessellift gemächlich nach oben schwebte, hatten wir einen traumhaft schönen Tag und konnten schön rüber aufs Langkofelmassiv schauen. Damals legte die Wirts- oder Almfamilie gerade den Almweg von der Bergstation zum Rittnerhornhaus neu an, wir mühten uns über den etwas lehmigen Weg zum Hornhaus nach oben. Die Sicht am späten Nachmittag an einem herrlichen September war traumhaft schön.
    Aber aus Deiner Schilderung wird dieser Tag wieder sehr lebendig.

    Später war ich dann noch bei einem Urlaub in Villanders, auf dem Villanderer Berg und auch bei den Wasserfällen von Barbian und den „Drei-Kirchen“. Damals hatte ich mein Domizil am „Sturmhof““ einem alten Gasthof oberhalb von Klausen aufgeschlagen, die diesbezüglichen Schilderungen dieses Urlaubsaufenthalts vor rund 7 oder 8 Jahren schreibe ich Dir aber privat auf dein privates Mail.

    Bis dahin alles Gute, schöne Naturerlebnisse und gutes Wetter bei hoffentlich kommenden Erkundungen und Wanderungen sendet Dir und Deiner besten Frau

    Charly

    P.S. Freue mich riesig, nächste Woche gehts für 8 Tage nach Latsch ins Vinschgau, eine deiner Touren (Orgelspitze) ist in Planung falls das Wetter mit macht!

  2. Karl-Heinz Weller says:

    Nicht dass der Eindruck erweckt wird, da war der auch schon wieder, nein ich will dir nur mehr zu deinen tollen Panoramafotos rund um das Rittner Horn/Sarner Scharte gratulieren.

    Wenn man selbst wie ich in diesem Gebiet war und noch alte Dias von dieser Zeit hat, dann genießt man die neuesten Techniken deiner tollen Fotografie von diesem Gebiet, die Erinnerung daran wird total lebendig.

    Als ich vor rund 20 Jahren mit 2 Kumpels von Oberbozen, Wolfsgrubensee nach Pemmern und so wie ich mich erinnere mit dem alten schön langsamen Sessellift gemächlich nach oben schwebte, hatten wir einen traumhaft schönen Tag und konnten schön rüber auf die Dolomiten, ich glaube Rosengarten und Langkofelmassiv schauen. Damals legte die Wirts- oder Almfamilie gerade den Almweg vom in deinem Bericht abgebildeten Forstweg und Unterrnhornhaus Richtung Rittnerhornhaus neu an, wir mühten uns über den etwas lehmigen Weg zum Hornhaus nach oben. Im Vertrauen taten wir uns trotz der einfachen Wegführung wegen des „Vorabends“ recht schwer, mir kam es fast vor wie ein kleiner Klettersteig, wenn Du verstehst was ich meine. Die Sicht am Nachmittag an einem herrlichen Septembertag war traumhaft schön.

    Aber aus Deiner Schilderung wird dieser Tag wieder sehr lebendig.

    Bei einem späteren Urlaub vor ca. 6-7 Jahren war ich dann noch bei einem Urlaub in Villanders, auf dem Villanderer Berg und auch bei den Wasserfällen von Barbian und den „Dreikirchen“. Damals hatte ich mein Domizil „Sturmhof“ einem alten an der Straße nach Villanders oberhalb von Klausen aufgeschlagen, die diesbezüglichen Schilderungen dieses Urlaubsaufenthalts vor rund 7 oder 8 Jahren schreibe ich Dir aber privat auf dein privates Mail.
    Anzumerken ist noch, dass ich seither wieder mal auf der Villanderer Alm war und sie unwahrscheinlich lieb habe, sie ist nicht so überlaufen wie die Seiser Alm und meines Erachtens mit den netten Almen und Wandermöglichkeiten genauso schön.

    Bis bald alles Gute, schöne Naturerlebnisse und gutes Wetter bei hoffentlich kommenden Erkundungen und Wanderungen sendet Dir und Deiner besten Frau und Neugier auf deinen neuesten Blog erwartet mit herzlichen Grüßen

    Charly

    P.S. Freue mich riesig, nächste Woche gehts für 8 Tage nach Latsch ins Vinschgau, eine deiner Touren (Orgelspitze) ist in Planung falls das Wetter mit macht!

  3. Dietmar says:

    Hallo Charly,

    das „da war der auch schon wieder“ klingt bei dir etwas komisch. Ich sehe das anders so mit Bewunderung: „ach, da war er auch :-), fleißig, fleißig…“

    Bzgl. deines Latsch-Urlaubes:
    Die Orgelspitze musst du unbedingt bei schönem Wetter machen. Da hat man einen herrlichen Rundblick. Aber auch der Marteller Talschluss ist nicht zu verachten: http://www.diewanderer.it/martelltal-talschluss-zufallhuette/

    LG und vor allem einen schönen Wanderulaub wünschen dir

    Dietmar und die beste Ehefrau von allen

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