Wanderung von Radein zur Bletterbachschlucht

Wandern duch den Bletterbach
Wandern duch den Bletterbach

Heute steht uns nur ein halber Tag zum Wandern zur Verfügung. Darum haben wir uns für eine Stippvisite im Geopark Bletterbach von Radein aus entschieden. In Radein überrascht uns die Feuerwehr, die Parkplatzsuchende einweist. Komisch… Bei der Kirche sehen wir den Grund. Ein Schützenfest mit Feldmesse und anschließenden Einmarsch verschiedener Schützenkompanien ist in Vorbereitung.

Wir lassen uns nicht verleiten und starten um 8.45 Uhr mit unserem Vorhaben den Bletterbach zweimal zu durchqueren. Augenscheinlich hat es erst vor wenigen Stunden geregnet. Die Luft ist feucht und warm. Zügig schreiten wir durch den Nadelwald an vereinzelten Lärchen und einer Waldwiese vorbei, um über den Europäischen Fernwanderweg E5 den Bletterbach zu erreichen. Wegweiser gibt es zahlreiche. Lustiger weise zeigen allen den Hinweis „Bletterbach“, obwohl sie in verschiedene Richtungen zeigen. Anscheinend führen viele Wege zum Grand Canyon Südtirols, den Geoparc Bletterbach.

Die Gesteinschichten im Bletterbach erzählen unsere Erdzeitgeschichte
Die Gesteinschichten im Bletterbach erzählen unsere Erdzeitgeschichte

Der Waldsteig weist keine nennenswerten Höhenmeter auf, so gelangen wir nach 30 Minuten zur orografisch linken Flanke des Bletterbach Bachbeetes. Hier steigen wir bis zum Bachbeet hinunter und befinden uns alsdann inmitten des UNESCO-Weltnaturerbe GEOPARC Bletterbach und zwar genau oberhalb der Stelle mit dem Wasserfall und dem Butterloch.

 

Wie jedes Mal fasziniert mich der Bletterbach vor allem aufgrund der imaginären Reise durch die Jahrmillionen. Ich habe zwar noch nie eine geführte Wanderung durch die Bletterbachschlucht miterleben dürfen, aber vor Jahren hatte ich von einem Vertreter des Tourismusvereins Aldein-Radein einen tolle Videokassette mit einem Film über den Bletterbach erhalten. Das reicht, um mir über die zeitlichen Dimensionen und der Wichtigkeit des Ortes klar zu werden.

360° im Bletterbach ober dem Butterloch
360° im Bletterbach ober dem Butterloch

Wir treffen nun immer wieder auf Bletterbachbesucher mit Helmen in der Hand oder auf dem Kopf. Scheinbar sind die meisten Beltterbachwanderer beim GEO Museum in Radein oder beim Besucherzentrum GEOPARC in Aldein gestartet und haben dort Helme mit auf den Weg bekommen. Anders kann ich mir das nicht vorstellen.

Vom Wasserfall geht es über den E5 bis zum Geo-Weg empor und dann gemütlich weiter bis zur Lahneralm. Wir halten uns nicht auf, denn wir sollten um 12.00 Uhr wieder in Tramin sein. So wandern wir zügig bis zum Infozentrum Geoparc Bletterbach und dann weiter – immer auf dem Geo-Weg über Stufen und Treppen – wiederum ins Bachbeet des Bletterbaches hinunter.

 

Im Bletterbach beim Taubenleck
Im Bletterbach beim Taubenleck

Der Geo-Weg ist hier besonders schön. Ich würde am liebsten nochmals entlang des Baches bis zum Butterloch hinauf spazieren. Aus Zeitgründen nehmen wir den direkten Weg nach Radein und steigen über Treppen den Steig Nr. 3 empor. Flott geht es dann auf dem Wanderweg Nr. 3 bleibend, bis zur Kirche von Radein zurück.

Die beste Ehefrau von allen hat den Auftrag etwas Moos einzusammeln. Das trifft sich gut, denn so kann ich mir den Marsch der Schützenkompanien von der Kirche hinauf zum Festplatz ansehen. Ideales Timing, wie wenn die Schützen auf uns gewartet hätten.

Das war es dann mit der kurzen aber wie immer eindrucksvollen Stippvisite im Aldeiner und Radeiner Bletterbach.

Eckdaten der Tour durch den Bletterbach:

  • Start: Radein
  • Ziel: Geoparc Bletterbach
  • Tourenlänge: 8.476 m
  • Höhenleistung Aufstieg: 429 m
  • Höhenleistung Abstieg: 429 m
  • Gehzeit: 2 h 30 m
  • Wegnummer: 9, 12, Europäischer Fernwanderweg, Gorzsteig, Wald-Lehrpfad, Geo – Weg, 3, 9
  • Wegart: leichter Bergweg
  • Eigenschaft: Stufen, Absicherung
  • Einkehrmöglichkeiten: Almgasthof Lahneralm, Lerch 39, I-39040 Aldein (BZ, Südtirol – Italien, Tel. +39 0471 886 056

GPS Track der Geo-Tour durch den Bletterbach

Fotos Bletterbach

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2 thoughts on “Wanderung von Radein zur Bletterbachschlucht”

  1. Karl-Heinz Weller says:

    Hallo Dietmar

    Wie bereits im Mail kurz bemerkt, war ich vor einigen Jahren auch wie scheinbar bei Eurer Tour nach Regenfällen an den Vortagen im Bletterbach. Stieg allerdings ganz vorne in die Schlucht ein und lief den Bach aufwärts. Traf die erwähnte Bekanntschaft mitten in der Schlucht und spielte ein wenig Bergführer. Die Eindrücke der Schlucht waren grandios. Die verschiedenen Gesteinsschichten, die „Faltungen der Schichten“ sehr spannend wie du ja es auch in deiner Tourbeschreibung treffend geschildert hast.
    Allerdings hatte ich im Gegensatz zu Dir den ganzen Tag Zeit zur Tour, sodass wir auch über die Aluleiter am „Butterloch“ aufstiegen und den Canyon nach rechts verließen um über den Wald und schönen Naturweg in Richtung Lavazejoch – Gurndin Alm zu wandern. Meine charmante Begleitung wollte allerdings noch was Richtiges sehen, sodaß wir die Alm rechts liegen ließen (jammerschade) und den „kleinen Abstecher“ von der Alm aufs Weißhorn machten, wo wir eine grandiose Gipfelschau auf die Dolomiten, speziell das Latemar und die Almflächen des sogenannten „Reggelbergs“ hatten. Ja und die Kammüberschreitung Richtung „Lahner Alm“ ist gar nicht so ohne, denn der Kamm des Weißhorns ist auf dieser Seite durchaus mit Vorsicht und erhöhter Konzentration zu gehen, was wir aber auch taten und wohlbehalten zu einer guten Jause auf der Lahner Alm anlangten, wo ich mich dann leider verabschiden musste.

    Du siehst, fast jede Tour bietet spezielle Eindrücke, hier habe ich die Erinnerung an die grandiose Schlucht, die Gipfelschau vom Weißhorn und die Erinnerung an einen wunderschönen gemeinsamen verbrachten Tag im „Süden Südtirols“ behalten.

    Noch ein Lob, Ihr wart ja recht fleißig, wie ich auf den obigen Seiten, Stichwort Val di Niccolo, Überetscher Hütte und Pfossental entnehmen konnte.
    Speziell zur Überetscher Hütte und dem Klettersteig zum Roen werde ich demnächst meine Anmerkungen machen, das Schnals- und Pfossental sind für mich einziger Traum, immer wieder schön wie ich vor einigen Tagen erst wieder erfahren durfte.

    Euer Charly

  2. Dietmar says:

    Hallo Charly,

    ja das Weißhorn ist sozusagen unser Hausberg, da er von unserem Balkon aus gesehen, der markanteste Gipfel ist. Wahrscheinlich sind die „Traminer“ darum so sehr mit den südlichen Dolomiten, sprich mit dem Weißhorn und dem Schwarzhorn verbunden. Den Abstieg in Richtung Lahner ALm haben wir auch mal gemacht (http://www.diewanderer.it/jochgrimm-weishorn-suedtirol/). Wir sind aber nicht bis zur Lahner ALm hinunter, sondern durch Latschen um das Horn herum wieder zurück zum Joch gewandert. Ich sehe dass ich damals außer 2 360° Fotos keine weiteren Fotos gemacht hatte. Schade. Ist eine der ganz frühen Touren in diesem Blog.

    LG
    Dietmar

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