Pragser Wildsee und Seekofel

Vom Pragser Wildsee zur Seekofelhütte – Wandern in Südtirol

Tag Nr. 3, es ist Sonntag. Heute nehmen wir uns die Route vom Pragser Wildsee zur Seekofelhütte vor. Die beste Freundin von allen hat erfragt, dass da dem Wanderer die Steinböcke förmlich nachlaufen; das müssen wir natürlich unbedingt sehen!

Wir parken also unser Auto beim gebührenpflichtigen Parkplatz am Pragser Wildsee und wandern zuerst am Ostufer des Pragser Wildsees entlang. Hier kann man den wilden, eingekesselten, kristallklaren See bewundern. Idyllisch, dass man keine Plastiktretboote sieht, sondern nur hölzerne Ruderboote. Einfach ein herrlicher See! Überzeugen Sie sich selbst:

360° Pragser Wildsee Bild anklicken, um das 360°-Panoramabild des Pragser Wildsees zu starten!

Am südlichen Ende des Sees biegen wir links hoch, den Steig Dolomiten Höhenweg Nr. 1 entlang. Dieser führt uns über einen gerölligen Weg durch Latschen empor. Nach den Latschen treffen wir auf eine ziemlich exponierte Stelle mit Tiefblick. Obwohl diese Stelle nur circa 30 m lang ist und durch eine an der Felswand entlang laufende Holzbrücke und eine Kette gut gesichert ist, hat die beste Freundin von allen Angst und wird leicht nervös. Aber der Überstieg gelingt. Weiter geht es durch Wald bis wir schon wieder auf ein Hindernis, eine Felsstufe treffen! Diese ist wiederum durch eine Kette gut gesichert und nicht sehr lang. Trotzdem, die beste Freundin von allen wird noch nervöser! Wir wissen leider nicht, ob der Weg noch lang ist und wie exponiert er im weiteren Verlauf noch wird. Außerdem macht sich die Müdigkeit in unseren Gliedern bemerkbar. Unsere Tourbeschreibung erwähnt nichts von einem Klettersteig, sie sagt nur, der Weg sei lang und mühevoll. Das „mühevoll“ können wir unterschreiben! Nach einer kurzen Kletterpartie (keine Angst, dieses Wegstück kann man nicht als schwierigen Klettersteig bezeichnen, außer man macht das so wie die beste Freundin von allen und versteigt sich im Fels…) erreichen wir ein felsiges Hochplateau. Wir biegen rechts ab und folgen dem Höhenweg Nr. 1 bis zur Scharte Porta Sora al Forn, dem höchsten Punkt unserer Wandertour auf 2.370 m. Hier kann man sich entscheiden, ob man nochmals eine Stunde dranhängen will, um den Seekofel mit seinem herrlichen Seeblick zu erklimmen. Der Weg ist aber sehr steil, streng und ziemlich ausgesetzt. Die besten Freundin von allen will nicht! Sie ist für eine kurze Rast. Also Fotoausrüstung ausgepackt und los geht es mit dem „Einfrieren“ des Bergpanoramas. Inzwischen kann sich die beste Freundin von allen ausruhen.

Vor uns erstreckt sich die wunderbare Hochebene zwischen Seekofel, Hohe Gaisl und Le Tofane. Etwas tiefer sieht man die Seekofelhütte.

360° SeekofelhütteBild anklicken, um das 360°-Panoramabild des Seekofelhochplateaus zu starten!

Wir beschließen, den Rückweg entlang des Steiges Nr. 28 anzutreten, da uns eine sympathische italienische Dame diesen Weg angepriesen hat. Er soll keine exponierten Stellen enthalten, aber dafür einen super Ausblick bieten. Wir werden nicht enttäuscht. Der Ausblick auf die umliegende Bergwelt ist gewaltig! Wir sehen außer den umliegenden Berggipfeln, einen klaren Bergsee und die Königin der Alpen: nicht nur ein Edelweiß säumt unseren Weg! Schade, dass die Steinböcke uns nicht nachlaufen, ja sich nicht einmal blicken lassen ;-)! So langsam merken wir, dass wir uns überschätzt haben, der Rückweg macht uns zu schaffen. Der Weg zieht sich lang und länger. Wir wandern zuerst über einen Kamm in Richtung Westen, steigen über felsdurchzogene Wiesen ab in Richtung Norden und gelangen an eine erste Wegkreuzung mit der Beschriftung Weg Nr. 3, wandern aber geradeaus weiter bis wir kurz darauf auf eine zweite Wegkreuzung treffen. Hier geht es rechts zur Roßalm, geradeaus kann man den Steig Nr. 28 weiterwandern und den Großen Rosskofel umwandern, um dann über diese etwas längere Route zum Pragser Wildsee zurückzukehren. Wir schlagen aber den Weg Nr. 4 ein (links abbiegen), der uns zu unserem Hinweg zurück führt. Dieser Weg, der uns an einem ausgetrockneten Bergsee vorbeiführt, ist kürzer. Wir wählen ihn, obwohl er uns etwas oberhalb der ersten exponierten Stelle zum Dolomiten Höhenweg Nr. 1 bringt. Die beste Freundin von allen muss also nochmals die hölzerne Brücke besteigen. Der Rückweg ist nun der gleiche wie der Hinweg. Am Pragser Wildsee nehmen wir uns dieses Mal das Westufer vor, somit haben wir auch den Pragser Wildsee komplett umwandert. Nach 6 vollen Stunden Gehzeit kommen wir bei unserem Ausgangspunkt an. Es ist geschafft!

Eckdaten der Tour:

  • Ausgangspunkt: Pragser Wildsee
  • Ziel: Seekofelhütte
  • Gehzeit: circa 6 Stunden Hin- und Rückweg
  • Höhe: 1.490 m bis 2.370 m
  • Gelände: Wald, Latschen, Geröll, Almwiesen, Fels
  • Schwierigkeitsgrad: mittel, aber sehr streng und lang
  • Ausblick: Pragser Wildsee, Seekofel, Le Tofane, Großer Rosskofel
  • Einkehrmöglichkeit: Hotel Pragser Wildsee, Seekofelhütte
  • Interessantes: Edelweiß am Wegesrand, man soll auch öfters Steinböcke sehen (wir haben leider keinen gesehen)

Bildimpressionen:

Wanderurlaub Prags: Tage [1] [2] [3] [4]

6 Gedanken zu „Vom Pragser Wildsee zur Seekofelhütte – Wandern in Südtirol“

  1. guten Tag,

    wir sind eine Werbeagentur und gerade dabei ein Weblayout für ein Hotel in Prags zu erstellen. Per Zufall sind wir auf euer Bilderarchiv gestoßen und würde und für das Bild: Pragser-Wildsee_Panorama1.jpg (See mit Menschen im Vordergrund) interesieren. Gibt es eine Möglichkeit der Publizierung?

    Ich bitte um eine schnelle Rückantwort,
    mit freundlichen Grüßen,

    Sara Pörnbacher

  2. admin sagt:

    Prinzipiell habe ich nichts gegen eine Publizierung, sofern mein Namen und ein aktiver Link zu http://www.dieWanderer.it angegeben wird, also z.B.: Foto by Dietmar Mitterer-Zublasing (c) – http://www.dieWanderer.it. Bzgl. des gewünschten Bildes bekommen Sie meine Antwort per Email.

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