Col di Lana – wandern in den Dolomiten

Da uns voriges Jahr die Bergwanderung auf der Costabella entlang der Österreichisch-Italienischen Front (Erster Weltkrieg) so gut gefallen hat, wollen wir heute zum nächsten Kriegsschauplatz. Am Valparolapass (ital.: Passo di Valparola, gadertalisch-ladinisch Ju de Valparola oder Ju de Valparora) knapp hinter der Grenze Südtirol (Alta Badia) – Belluno und am Col di Lana, welcher zugleich ein herrlicher Aussichtsberg auf die bekannten Dolomiten Gipfel wie Marmolata, Civetta, Pelmo, Tofane, Puez und Sella ist, soll es nach gebaute Schützengräben und Gefechtsunterstände geben.

Nachgebaute Kriegsstellungen am Valparola Pass

Nachgebaute Kriegsstellungen am Valparola Pass

Der historische Wanderweg am Valparola Pass zeigt die Infrastruktur der ehemaligen Front. Man hat die Schützengräben, Schießscharten und Schutzhütten nachgebaut, was im Ergebnis etwas eigentümlich wirkt, denn zwischen Almrosen und saftigen Wiesen schaut das Gelände von oben eher wie ein Ferienidyll und nicht wie ein grausiger Kriegsschauplatz aus. Das hat man im Kriegsmuseum auf der Alta Via Bepi Zac mit den betroffen machenden Fotografien besser hinbekommen.

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Wanderung auf das Schwarzhorn

Etwas verwundert bin ich jetzt schon. Warum wohl steht das Schwarzhorn so eklatant im Schatten seines kleineren Bruders, des Weißhorn? Der circa einstündige Wanderpfad vom Jochgrimm über die Nordflanke hier herauf bis zur Spitze des Schwarzhorn auf 2.435 m war landschaftlich abwechslungsreicher und schöner als der Pfad, der zum Weißhorn hinauf führt. Um 6.10 Uhr sind wir vor dem Hotel Schwarzhorn gestartet, dann kurz über einen breiten Weg bis zu einem umzäunten Weiher gegangen, anschließend durch Almrosen und mannshohe Latschen steil empor gestiegen und zum Schluss über, wie soll ich sagen, gerölliges bis felsiges Porphyrgestein bis hier herauf gewandert.

Gipfelkreuz und Marienstatue am Schwarzhorn

Gipfelkreuz und Marienstatue am Schwarzhorn

Zu unserer Rechten hatten wir einen tollen Ausblick auf das Weißhorn. Zurückschauend konnten wir die sich im Gegenlicht befindlichen Silhouetten der bekannten Dolomitengebirgsgruppen: Lagorei, Latemar, Rosengarten und Schlern erblicken. Nasse Waden haben wir uns geholt. Nachts hatte es gewittert, der Pfad unten bei den Almrosen war recht eng, so dass wir durch das Almgestrüpp fast durchwaten mussten.

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wandern im Passeiertal im Hirzergebiet: Klammeben-Hönigspitz-Hirzer

Hoch über Saltaus schweben wir an der Ostflanke des Passeiertales von der Talstation der Hirzer Seilbahn (490 m) zuerst zur Mittelstation nach Prenn (1.404 m) und nach einmal umsteigen zur Bergstation Klammeben (1.980 m) empor. Ich muss gestehen, dass ich noch nie so weit im Passeiertal drin war, obwohl sich Saltaus gerade mal am Anfang dieses urigen Tales befindet. Für mich als Süd-Südtiroler ist es trotzdem weit nördlich ;-)

Tallner Alm und Hirzer im Hintergrund

Tallner Alm und Hirzer im Hintergrund

Sehr froh bin ich, dass wir uns für die Seilbahn entschieden haben. 1.540 Höhenmeter rauf und dann wieder runter kosten 17 Euro pro Person; für Alpenvereinsmitglieder nur 11 Euro, was wieder mal beweist, dass sich die Alpenverein Mitgliedskarte doppelt und dreifach auszahlt (man vergesse nicht den umfassenden Versicherungsschutz, der für sich alleine leicht die 35 Euro Jahresmitgliedsbeitrag wert ist!) Aber zurück zu unserer Wanderung. Die Fahrt mit der Hirzer-Seilbahn macht uns neugierig auf dieses von uns beiden noch unerkundete Bergtal. Ich nehme mir fest vor auf www.suedtirol-360.com noch in diesem Sommer einige 360° Fotos des mit mächtigen Bergspitzen umringten (viele über 3.000 Höhenmeter hoch) Passeiertales hoch zu laden.

Heute aber geht es um ein niedrigeres Wanderziel. Wir wollen über die Hönigspitze (2.698 m) zum Hirzer (2.781 m) aufsteigen und dann über den Europäischen Fernwanderweg E5 wieder herunter.

Veröffentlicht unter 2.000er, Bergtouren, bis 1.000 Höhenmeter, bis 10 km, Sarntaler Alpen | | 6 Kommentare

Wandern im Naturpark Puez-Geisler – Grödner Tal / Dolomiten

Zur Puezgruppe oder zu den Geisler-Spitzen? Ist keine leichte Entscheidung. Da wir am Fuße der Geisler schon mal waren, entscheiden wir uns heute für die Puezgruppe mit den Puezspitzen (Pizes de Puez, 2.913m).

Im Herzen der Südtiroler Dolomiten: Naturpark Puez-Geisler mit Crespeina See.

Im Herzen der Südtiroler Dolomiten: Naturpark Puez-Geisler mit Crespeina See.

Die Anfahrt erfolgt durchs Grödner Tal (Val Gardena), vorbei an St. Ulrich bis nach St. Christina. Hier erwartet uns eine kleine Überraschung: der 5te Sellaronda Bike Day versperrt die Weiterfahrt. Heute ist die Sellarunde augenscheinlich für Radfahrer reserviert. Für uns bedeutet das in St. Christina links abbiegen und über eine Nebenstraße bis nach Wolkenstein weiter fahren, was sich alsbald als ideal erweist, denn die Straßenschilder führen uns direkt zu unserem geplanten Ziel ins Langental hinein. Am Ende der Langental-Straße befindet sich ein kostenpflichtiger Parkplatz (4 Euro für den ganzen Tag). Der Ausgangspunkt unserer heutigen Dolomiten Wanderung ist erreicht.

Durch das Grödner Langental

La Ciayota und 1.620 m steht auf meiner Wanderkarte. Auf geht’s durch das rechts und links von den mächtigen Felsformationen des Naturparkes Puez-Geisler flankierte Langental. Der Wanderweg Nr. 14 durch das Langental ist flach und breit, trotzdem wollen wir nicht allzu schnell gehen, um nicht im Vorfeld all unsere Energie zu verbrennen.

Veröffentlicht unter 2.000er, Bergtouren, bis 2.000 Höhenmeter, bis 25 km, Dolomiten | | 13 Kommentare

Wo gibt es Spaß für die ganze Familie!

Und das auch noch inmitten der Natur? Natürlich – im Naturparkhaus. Beachtliche 7 davon sind bis jetzt über ganz Südtirol verteilt.

  • Naturparkhaus Fanes-Sennes-Prags in Enneberg
  • Naturparkhaus Puez-Geisler in St. Magdalena
  • Naturparkhaus Riesenferner-Ahrn in Sand in Taufers
  • Naturparkhaus Schlern-Rosengarten in Tiers
  • Naturparkhaus Sextner Dolomiten in Toblach
  • Naturparkhaus Texelgruppe in Naturns
  • Naturparkhaus Trudner Horn in Truden

Die heimische Natur, die Gipfelwelt, die Flora und Fauna werden hier- vom Steinbock bis zum echten Alpenglöckchen – greifbar nah vorgestellt. Spielerisches Lernen und tatkräftiges Mitmachen sind gefragt. So kann man im begehbaren Luftbild den Naturpark aus der Vogelperspektive erleben (Puez-Geisler), eine funktionsfähige Venezianer Säge bestaunen (Schlern-Rosengarten) und im Teichbiotop die Kaulquappen in Aktion erleben (Texelgruppe).

Das imposante Skelett eines Höhlenbären (Fanes-Sennes-Prags) erwartet uns dabei ebenso wie ein keltisches Baumhoroskop (Sexten), die elektrisch, drei Stockwerke hohe Mühle (Truden) und lebensgroße, handgeschnitzte Greifvögel (Riesenferner-Ahrn).

Schon bald entsteht auch in den Sarntaler Alpen ein weiterer Naturpark. Was es dort dann wohl zu sehen gibt?

Also dann: Nichts wie auf ins Abenteuer Naturparkhaus!

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Wandern mit Hans Kammerlander

Südtirols Bergwelt unter fachkundiger Führung entdecken und so die Besonderheiten dieser faszinierenden Naturlandschaft hautnah erleben. Mit sicherer Hand geleitet Hans Kammerlander in den kommenden Wochen interessierte Wanderer zu einigen der schönsten Bergmassive.

Zur Auswahl stehen:

  • der Dürrenstein am 17.06.2010
  • die Schwarze Wand am 13.07.2010
  • die Drei-Zinnen-Rundwanderung am 27.07.2010
  • der Große Moosstock am 17.08.2010
  • der Peitlerkofel am 31.08.2010

Bei Interesse informiert das Tourismusbüro in Sand in Taufers umfassender.

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Traminer Standard Wandertour: Gummererhof-Überetscher Hütte (Cerva)-Roen-Schwarzerkopf

Ein bis zwei Mal im Jahr muss jeder Traminer sich beweisen und die Königstour, die Roen Runde absolvieren. Heute ist es wieder einmal soweit. Ganz die Guten starten selbstverständlich in Tramin. Die beiden, die wir heute begleiten, nehmen das aber nicht so genau. Sie schwindeln ein klein wenig und fahren bis zur Jausenstation Gummererhof auf 750 m u. d. M. hinauf.

Roen, höchster Gipfel des Mendelgebirges

Roen, höchster Gipfel des Mendelgebirges

Erste Etappe - Weiße Riesen

Um ein wenig Buße für diesen Frevel zu tun, starten sie um 11.00 Uhr bei der ärgsten Hitze. Glogg, glogg, der Trekkingstock-Einsatz ist auf dem schottrigen Forstweg nicht zu überhören.

10 min vorbei, das Glogg-Glogg wird vom weichen, mit “Streb” bedeckten Boden verschluckt. Die nächsten 10 min vernehmen wir nichts mehr von den beiden Wanderern.

Rechts ein Brandschutzweiher in der Zone Saulake. Das bekannte glogg, glogg halt wieder durch die Luft. Die beiden Wanderer wandern nun über steinigen Untergrund, die weißen Riesen, am Fuße des Göller empor. Schweißperlen tropfen ihnen von der Stirn, rinnen über die Nasenspitzen und fallen zu Boden, um auf den heißen, Hitze wiederstrahlenden, Kalksteinen zu verdunsten. Die beiden Wanderer tun Buße.

Veröffentlicht unter 2.000er, Bergtouren, bis 1.500 Höhenmeter, bis 20 km, Nonsberggruppe | | 7 Kommentare

Wandern rund um den Toblino See im Valle dei Laghi

Die beste Ehefrau von allen hat eigentlich immer zu kalt, darum will ich sie heute so richtig zum Schwitzen bringen. Unser Wanderziel: das Valle dei Laghi mit dem malerischen Toblino See am westlichen Fuß des Bondone.

Schloss Toblino (Castel Toblino) am Toblino See

Schloss Toblino (Castel Toblino) am Toblino See

Bei Trient (Trento) rechts in Richtung Bondone abgebogen bis nach Vezzano. Etwas oberhalb der Kirche von Vezzano finden wir einen idealen Parkplatz und welch ein Glück, genau hier startet der Sentiero geologico “Stoppani”, mit der Wegnummer 618.

Auf der Suche nach den Eislöchern

Wir wandern in südlicher Richtung am Waldesrand entlang in der Hoffnung, den auf meiner Panoramakarte eingezeichnete Pozzo glaciale anzutreffen. Da ich dieses Eisloch schon auf einem Bild gesehen habe, bin ich voller Vorfreude.

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Auf du und du mit erdigen und steinköpfigen Gesellen – die Rittner Erdpyramiden

Sobald der Deckstein fällt ist der Untergang der Erdpyramiden besiegelt. Wind und Regen werden sie dann innerhalb kürzester Zeit (Erdzeitgeschichtlich gesehen) abtragen. Zum Glück für uns gibt es am Ritten noch so einige Decksteine und somit genug Erdpyramiden zu sehen.

Deckstein auf einer Erdpyramide am Ritten

Deckstein auf einer Erdpyramide am Ritten

Auf geht es also heute zunächst nach Bozen. Geparkt wird in der Schlachthofstraße. Einige hundert Meter weiter geht es in die Rentschner Straße und dann beim Gasthof Schwarze Katze (280 m ü. d. M.) die steile, asphaltierte Straße nach St. Magdalena empor.

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Wandern in Südtirol: von Kohlern über die Haselburg nach Seit

Etwas windig ist es hier in Kohlern oberhalb von Bozen bei circa 16°. Bekannt geworden ist Kohlern vor allem durch seine Kohlerer Bahn. Sie war die erste alpine Luftseilbahn für den Personentransport weltweit. Heraufgekommen sind wir nicht über Bozen, sondern über Leifers und Seit, denn eigentlich wollten wir heute von Seit aus starten. Doch das Bergdorf Seit ist zwar ein Kastanien Eldorado – ich weiß das, weil die Nena vom Gummererhof fürs Törggelen meistens die Kastanien von Seit bezog – aber mit Parkplätzen hat der kleine Ort scheinbar nicht viel am Hut.

Wanderweg zwischen Kohlern und Seit: Blick auf Bozen

Wanderweg zwischen Kohlern und Seit: Blick auf Bozen

Abwärts in Richtung Bozen

Darum sind wir nun hier in Kohlern und starten damit auf dem höchsten Punkt unserer geplanten Rundwanderung. Egal, dann werden wir heute halt mal umgekehrt wandern: zuerst absteigen und am Ende aufsteigen. Genau unter dem Kirchlein Kohlern folgen wir der Beschilderung mit der Wegnummer 4 und steigen in Richtung Bozen ab. Der Steig ist ziemlich steil. So verlieren wir, obwohl wir heute recht langsam und auf wackeligen Füßen unterwegs sind, recht rasch an Höhenmetern.

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