Castelfeder – ein Sonntagsspaziergang im Südtiroler Unterland

Kastelfeder – nein Castelfeder (von castello = Burg auf Italienisch) zwischen Auer und Montan ist ein ganz besonderer Ort. Der sonnige Porphyr-Hügel besticht durch seine interessante Vegetation und durch ein Biotop der ganz anderen Art.

Normalerweise ist man in Südtirol Wälder, Obstwiesen, Weinberge oder saftige Wiesen, auf denen sich Kühe tummeln, gewohnt. Nicht so auf Castelfeder: vom üppigen Wald keine Spur, vereinzelt stehende urige Eichen malen das landschaftliche Bild Castelfeders. Der karge Boden bietet nur den „Kühen für arme Bauern“ – den Ziegen – ausreichend Nahrung.

Castelfeder im Südtiroler Unterland

Genau dieses landschaftliche Highlight macht, gepaart mit der herrlichen Aussicht ins Südtiroler Unterland, diesen Sonntags-Spaziergang so erlebnisreich.

So wagen die beste Freundin von allen und der Unterfertige den Sprung auf die andere Seite der Etsch 😉 . Geparkt wird direkt an der Montanerstraße zwischen Auer und Montan. Hier beginnt der Naturerlebnisweg Biotop Castelfeder, dessen Wegrand interessante und lesenswerte Informationstafel säumen.

Vorbei an kleinen Tümpeln steigen wir einen teilweise mit Steinen gepflasterten Weg zur alten Siedlung Castelfeder empor. Jetzt im Herbst kann man das Farbenspiel zwischen den gelben Eichenblättern und dem blauen Himmel bewundern.

Eicheln auf Castelfeder im Südtiroler Unterland

Nach circa 20 min erreichen wir den höchsten Punkt des Castelfeder-Hügels. Uns bietet sich eine tolle Aussicht auf die Ferienregion Südtiroler Unterland: vor uns schlängelt sich ein blauer Wurm gen Süden – nein Spaß bei Seite, kein Wurm sondern ein Fluss und zwar die Etsch, welche Ihr Wasser Richtung Salurn transportiert. Unter uns noch auf dieser linken Seite der Etsch breitet sich die Marktgemeinde Neumarkt aus. Auf der anderen Seite der Etsch hinter den Unterlandler Obstwiesen liegt das malerische Weindorf Tramin mit seinem auch von Castelfeder gut sichtbaren imposanten Kirchturm (der höchste von Südtirol übrigens 😉 ).

Direkt am Hügel gibt es viel zu entdecken. Die Reste einer alten Siedlung, die bereits vor den Römern bestand, sind sichtbar: Teile der Befestigungsmauern und Teile einer Kapelle.

Zur Geschichte von Castelfeder:

Castelfeder ist eine uralte Siedlung, deren früheste Zeugnisse bis in das 2. Jahrhundert v. Chr. reichen. Stämme aus der Stein- und Bronzezeit, Räter, Römer, Rätoromanen, Ostgoten, Langobarden, Franken und Bajuwaren haben sich ebenso hier niedergelassen wie mittelalterliche Adelsgeschlechter und Ritter.

Heute sind vor allem Teile der Ringmauer, die ursprünglich als Wehrmauer gedacht war, erhalten und Teile der Barbarakapelle, welche in das 6. Jahrhundert datiert wird.
Ausblick von Castelfeder ins Südtiroler Unterland, welches von der Etsch durchflossen wird.
Ausblick von Castelfeder ins Südtiroler Unterland, welches von der Etsch durchflossen wird.

Wir beschließen auf der Südwestseite des Hügels einige Sonnenstrahlen einzufangen. Vor uns ein Schild mit der Innschrift: Fruchtbarkeitsrutsche! Wie, was? Was soll das bedeuten? Eine genauere Inspektion des bezeichneten Felsen bringt des Rätsels Lösung zu Tage. Eine Rutsche im Fels, selbstverständlich seeehr abgenutzt 😉 !

Auf Castelfeder zwischen eienm Teil der ursprünglichen Ringmauer und dem Felsbrocken auf dem sich die Fruchtbarkeitsrutsche befindet.
Auf Castelfeder zwischen eienm Teil der ursprünglichen Ringmauer und dem Felsbrocken auf dem sich die Fruchtbarkeitsrutsche befindet.

Ein kurzer Blick nach links zur besten Freundin von allen – und ich weiß schon – brauche erst gar nicht zu fragen. Die beste Freundin von allen will auf keinen Fall die Fruchtbarkeitsrutsche testen, zumindest noch nicht… Ok, akzeptiert, überlassen wir das mal den Damen, welche sich nach Nachwuchs sehnen. Wir wollen die Rutsche ja nicht übermäßig nur so zum Spaß abnutzen und Ihre Funktion für jene, die sie wirklich brauchen gefährden 😉 .

Ok, das war’s wir müssen unseren Spaziergang am Sonntag, der eigentlich gar kein Sonntagsspaziergang ist sondern ein Allerheiligen-Spaziergang, abbrechen. Am Nachmittag haben wir nämlich beide einen Termin auf dem Friedhof…

Dem fleißigen Leser, der bis hier vorgedrungen ist können wir nur raten: Castelfeder ist auf jeden Fall einen Spaziergang wert und zwar zu jeder Jahreszeit auch wenn es im Herbst ganz besonders schön ist. Der interessierte Besucher wird eine ruhige karge Landschaft mit urigen Eichen vorfinden, die herrliche Aussicht ins immer sonnige Südtiroler Unterland genießen können.

Sie sind noch nicht überzeugt? Ich hätte da noch einen weiteren Grund für den Besuch von Castelfeder anzubieten – die Fruchtbarkeitsrutsche:

Fruchtbarkeitsrutsche auf Castelfeder

Fotos Castelfeder:

GPS Daten der Rundwanderung über Castelfeder

Weinlehrpfad in Kurtatsch in Südtirols Süden

Ganz im Süden Südtirols – nein, nicht ganz im Süden, aber fast, auf jeden Fall noch weiter im Süden als Tramin – liegt Kurtatsch, das Heimatdorf der besten Freundin von allen. Und was kann das Weindorf Kurtatsch so bieten? Weinberge so weit das Auge reicht, eine tolle Aussicht und – einen Weinlehrpfad!

Wie der Name schon sagt, soll uns der Pfad was lehren. Da sind wir aber ganz gespannt!

Wir starten auf der Weinstraße, bei der Kreuzung, welche ins Dorfzentrum von Kurtatsch führt. Etwas oberhalb dieser Kreuzung biegen wir links in die Angela-Nikolletti-Straße ab und folgen dem Straßenverlauf. Es dauert nicht lange bis uns das erste Schild den Weinlehrpfad ankündigt. Bald geht es rechts auf einem Schotterweg in die Weinberge rein. Die Lehre kann beginnen. Der Weg ist ziemlich furchig und darum leider nicht für Kinderwagen & Co geeignet, aber Bergschuhe sind nicht unbedingt Pflicht. Wir spazieren also durch die Weinberge. Wo bleibt die Lehre? Aha, die erste Informationstafel schaut uns schon entgegen! Ja, schön Informationen rund um die Rebe, den Wein, die Weinproduktion, das Weinbaugebiet. Nett, informativ.

Amphoren mit den Gerüchen des Weins hängen am Wegesrand des Weinlehrpfad Kurtatsch im Südtirol Süden
Amphoren mit den Gerüchen des Weins hängen am Wegesrand des Weinlehrpfad Kurtatsch im Südtirol Süden

Mal schauen, was die nächste Informationstafel uns lehrt. Da vorne steht sie schon, aber nein, ich habe mich getäuscht, keine Informationstafel, sondern „nur“ eine kleine, lustige Amphore, die an einer Kette baumelnd den interessierten Wein-Wanderer sehr neugierig macht. Verschlossen ist das tönerne Gefäß mit einem Korken. Die Spannung steigt! Der Unterfertigte kann’s natürlich nicht unterlassen, der Korken muss runter, was wird da wohl drin sein? – Leer ist sie, gar nix ist da drin… aber – ein starker, aromatischer Duft steigt aus der Amphore empor! Jetzt klingelt’s: ein Ratespiel: wer „erriecht“ den Duft? Toll, das ist schon mal was anderes, als die von unzähligen anderen Wanderungen bekannten Informationstafeln! Die Auflösung wird natürlich auch geliefert. Diese hängt an einer weiteren Kette und versteckt sich in einem Faltblatt, damit man erst mal riechen und raten kann. Das gefällt mir – auch wenn es mit dem „Erriechen“ des Duftes nicht so recht klappen will 😉 .

Interessante Wanderung: schauen, riechen, sich informieren. Ein Erlebnis für die Sinne und Stoff für die Gehirnzellen! Was fehlt da noch? Das Schmecken natürlich! Ein fertiger Tropfen muss her, aber von woher? Volle Wein-Flaschen baumeln leider nicht an den Ketten. Gut, man könnte natürlich von der einen oder anderen bei der Weinlese vergessenen Traube naschen, aber ich hätte trotzdem lieber einen Schluck fertig produzierten Wein.

Die beste Freundin von allen kann mich beruhigen: Am Ende des Weinlehrpfades, in der Fraktion Entiklar, liegt das Weingut und die Einkehrmöglichkeit Tiefenbrunner. Da gibt es gut herrliche Tropfen. Ich bin beruhigt und wir gehen weiter.

Angekommen in Entiklar folgt das böse Erwachen: Castel Turmhof, so nennt sich die Einkehrmöglichkeit des Weingutes Tiefenbrunner hat am Sonntag geschlossen 🙁 . Schade, mir bleibt nichts anderes übrig, als einen kurzen Blick hinter die geschlossene Schranke des Weingutes Tiefenbrunner zu werfen und traurig abzumarschieren. Wer weiß, wofür es gut ist.

Da die beste Freundin von allen nicht den gleichen Rückweg nehmen will, beschließen wir die Talsohle durchquerend den Weinlehrpfad zu einer Rundwanderung zu verlängern.

Wir verlassen also Entiklar in östlicher Richtung. Zufällig wenden wir einen Blick nach rechts und trauen unseren Augen nicht: ein echter Vogel Strauß. Da hat jemand ein Stück Weinberg eingezäunt und hält sich tatsächlich einen afrikanischen Riesenvogel. Man kann also im Süden Südtirols auch Exotisches entdecken.

Nun überqueren wir die Weinstraße und folgen anschließend links einbiegend der Beschilderung Breitenbach bis wir die Handwerkerzone von Kurtatsch erreichen. Ein interessanter Rückweg: Von der Talsohle hat man eine gute Aussicht nach oben zu den Weinbergen, durch die der Weinlehrpfad geführt hat.

Wir durchqueren die Handwerkerzone, biegen zuerst rechts und dann links ab und gehen 100 m entlang der Straße bis wir zu unserer Linken ein Schild mit der Beschriftung Millastiege sehen. Genau da wollen wir hin. Die Millastiege bringt uns nämlich von der Talsohle wieder hinauf nach Kurtatsch.

Wir biegen also links in die Obstwiesen ein und folgen dem Weg. Ein Blick nach links lässt uns wieder verwundert inne halten. Denken Sie mal an die Damen, die vor den Skihütten in Liegestühlen mit einer Alu-Spiegelhalskrause ihre Haut in Leder umzuwandeln versuchen. Genau das gleiche bietet der innovative Kurtatscher Bauer seinen Äpfeln. Obstwiesen werden mit weißem, reflektierendem Stoff ausgelegt, damit dieser so viele Sonnenstrahlen wie möglich zu den Äpfeln hoch reflektiert. Kurios, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus und denken schon an die nächste Diskussion zwischen Bauern und Touristikern (man erinnere sich an die Hagelnetzdiskussion).

Jetzt gehen wir links an einem alleinstehenden Haus vorbei und erreichen kurz darauf die Millastiege. Über Betontreppen steigen wir hinauf. Neben einem kleinen Bach, der sogar ein, zwei Miniwasserfälle bieten kann, eine überdachte hölzerne Brücke passierend, gelangen wir zur Weinstraße von Kurtatsch.

Zuerst muss die beste Freundin von allen aber die Martini-Trauben von ihrem Schicksal – den Erfrierungstod zu sterben – erlösen! Martini-Trauben sind keine Rebsorte, sondern jene Trauben, welche zur Weinlese noch nicht reif waren und darum hängen gelassen wurden. Diese Trauben reifen erst zum Martini-Fest, darum Martini-Trauben. Die beste Freundin von allen behauptet, die Martini-Trauben darf man nehmen, ich bin zwar nicht dieser Meinung, aber das Schicksal nimmt seinen Lauf, die Martini-Weimer müssen daran glauben und wandern in unsere Mägen.

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben, geht es noch 5 min weiter bis wir unseren Ausgangspunkt auf der Südtiroler Weinstraße erreichen.

Ich hoffe, Sie haben nun auch Lust nach Kurtatsch zu gehen und den Weinlehrpfad zu erleben. Sie werden nicht enttäuscht sein: Aussicht genießen, sich über den Wein informieren, riechen, Exotisches (Vogel Strauß, Bräunungssystem für Äpfel) bestaunen, einfach ein tolles Erlebnis für Jung und Alt.

360° Fotos rund um den Weinlehrpfad

Fotos Weinlehrpfad Kurtatsch

Spaziergang rund um den Kalterer See im Süden von Südtirol

Heute möchte ich einen wunderschönen Spaziergang im Süden Südtirols beschreiben und zwar den Seerundwanderweg (Weg Nr. 3, Länge circa 7,5 km) rund um den Kalterer See, dem wärmsten See in den Alpen.

Die meisten Spaziergänger lassen Ihr Auto bei den großen Parkplätzen der Beherbergungsbetriebe des Kalterer Sees: Restaurant und Badestrand Gretl am See, Hotel und Badebetrieb Seegarten, öffentliches Lido Kaltern bzw. Restaurant Pizzeria Geier am Westufer stehen und beginnen dann Ihren Spaziergang in Richtung Norden. Die beste Freundin von allen möchte aber lieber am Südrand in Richtung Osten starten. Wir beschließen also unseren Sonntagsspaziergang im Süden zu beginnen und parken unser Auto mitten in den Obstwiesen. (Man möge uns verzeihen.)

Der Weg führt uns zuerst in Richtung Osten auf einer pfeilgeraden, asphaltierten, für den Verkehr gesperrten Straße, entlang des Naturschutzgebietes und Biotops Kalter See in Richtung Mitterberg. Nach circa 300 m sehen wir zu unseren Rechten eine hölzerne Hütte auf Stelzen, eine Vogelaussichtswarte. Ideal für einen Blick auf das Biotop und das Naturschutzgebiet am Südrand des Kalterer Sees. Aha, vor mir Moorlandschaft, rechts St. Josef am See, im Norden Kaltern, links in der Höhe die Leuchtenburg, alles da, fehlt nix ;-) .

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Fast am Ende der geraden Straße gibt es ein besonderes Highlight. Hier kann man direkt über einen Steg durch das Moor, den sumpfigen Wald in das Biotop links hinein biegen und somit ein kleines Wegstück abkürzen. Ein Schild warnt: Betreten auf eigene Gefahr. Die beste Freundin von allen denkt: Das können wir schon riskieren :-) . Es zahlt sich auf jeden Fall aus das “gewaltige” Risiko auf sich zu nehmen; wann hat man schon die Gelegenheit durch einen echten Sumpf zu gehen ohne dabei nasse Füße zu bekommen? Hier drinnen gibt es zwei kleine Moorseen und sogar eine kleine Brücke. Hoch über uns thront, vor klarem blauen Himmel, die Leuchtenburg. Ein toller Spaziergang!

Nun gelangen wir auf die Ostufer-Straße des Kalterer Sees, die aber für den Verkehr gesperrt ist. Rechts davon gibt es einen eingezäunten Fußgängerweg und nach kurzer Zeit kann man sogar rechts in einen Steig, der uns circa 15 m über der Straße entlang führt, einbiegen. Das ist auf jeden Fall zu empfehlen, da man so einen besseren Ausblick auf den Kalterer See hat. Wir haben Gegenlicht, die Sonne neigt sich über Tramin dem Untergang zu, aber Sie hat noch Kraft. Der späte Sonntagnachmittag zeigt sich von seiner Schokoladenseite.

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Ab uns zu kann man durch die Bäume südlich das Weindorf Tramin, geradeaus St. Josef am See und nördlich das Weindorf Kaltern sehen. Mittendrin schimmert der Kalterer See in der Sonntagsnachmittagssonne, herrlich!

Wir erreichen nun Klughammer und das Parc Hotel am Kalterer See, ein 4 Sterne Hotel und dahinter das 3 Sterne Hotel Seehotel Ambach. Der Weg führt uns hinter diesen beiden Hotels herum. Wir schaffen es ein, zwei Blicke in die Parkanlagen der Hotels zu erhaschen. Einkehren könnte man natürlich auch auf einen Kaffee oder ein Erfrischungsgetränk. Aber die beste Freundin von allen will weiter, denn die Sonne wird uns nicht mehr lange erhalten bleiben…

Nun führt uns der Weg durch Weinberge und Obstwiesen, auf einem eingezäunten und abends beleuchteten Fußgängerweg, unterhalb des Weingutes und Kellerei Manincor vorbei bis zum Restaurant Pizzeria Geier. Wieder eine Gelegenheit zum Einkehren, aber ein kurzer Abstecher auf den Steg neben dem Ruderboot-Verleih muss reichen. Hier präsentiert sich der Kalterer See recht idyllisch, zwar nicht so ruhig und landschaftlich intakt wie am Ostufer, dennoch idyllisch.

Dieses Bild wechselt abrupt nach den nächsten 100 m. Wir kommen am modernen Lido der Kalterer vorbei. Ich sag‘ einfach mal ein “mords” Bauwerk (man verzeihe mir den Dialektausdruck). Weiter geht es auf einer kurzen, mediterranes Flair ausstrahlenden, Promenade hinter dem Hotel Seegarten vorbei bis zum Restaurant und Badestrand Gretl am See. Hier machen wir wieder einen kurzen Abstecher hinaus zum Seeufer. Während die beste Freundin von allen das Bekleidungsgeschäft Gretl am See (ja, das ist sogar sonntags geöffnet) erkundet, genieße ich den Ausblick und schieße noch schnell ein zwei Fotos, das muss reichen. Inzwischen ist die Sonne untergegangen.

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Nun spazieren wir auf einer verkehrsfreien, beleuchteten Seitenstraße bis zum Kirchlein St. Josef am See und queren hier die Weinstraße. Entlang der Weinstraße führt uns ein Gehsteig bis zur Campingkurve, wo uns eiserne Lettern auf einer imposanten Steinplatte das Ende von wein.kaltern mitteilen. Wir kürzen die Campingkurve auf einem Schotterweg ab und müssen anschließend wieder die Weinstraße queren, um in die vor uns liegenden Obstwiesen einzubiegen. Die Äpfel sind größtenteils bereits gepflückt, die “pinken Ladys” hängen aber noch ;-) . Die umsichtigen Bauern haben sie mit Hagelnetzen und Maschendrahtzaun regelrecht eingekerkert, was bei so einem vielbegangenen, wunderschönen Seerundweg aber nur allzu verständlich ist!

Nach circa 2 Stunden Spaziergang erreichen wir unseren Ausgangspunkt und freuen uns auf einen Teller frischen Salates bei uns zu Haus im Mandlhof in Tramin am Kalterer See ;-) .

Weitere Fotos und Ausblicke zum Kalterer See finden Sie im Wandertipp: Zur Ruine Leuchtenburg oberhalb des Kalterer Sees und im Wandertipp: Von Tramin über die Rastenbachklamm nach Altenburg und zum Gummererhof.

Rundwanderung Tramin – Kalterer See – Rastenbachklamm – Gummererhof

Heute ist unser Ziel die wild romantische Rastenbachklamm oberhalb des Kalterer Sees (Südtirol) und der Gummererhof oberhalb von Tramin. Wir starten in Tramin und zwar am Anfang der Straße nach Söll beim Hotel Winzerhof.

Wir gehen 50 m die asphaltierte Söller-Straße, oberhalb des Hotels Winzerhof, entlang in Richtung Norden und wandern dann bei der ersten Linksbiegung der Straße geradeaus weiter, direkt in einen Schotterweg (Kalterer Seeweg) hinein. Dieser führt uns durch Weinberge in Richtung Kalterer See. Im Herbst während der Weinlese ist dieses Stück des Weges natürlich besonders interessant. Nach circa 20 min Gehzeit biegen wir der Beschilderung folgend rechts ab und kommen in den Söller-Wald hinein. Wir folgen dem Steig und der guten Beschilderung, wenden uns nicht nach links Richtung Söll hinauf, sondern gehen immer geradeaus in Richtung St. Josef am See. Ab und zu gibt der Wald einen tollen Blick zurück auf das Weindorf Tramin und einen Blick nach vorne zur Leuchtenburg, welche über dem Kalterer See thront, frei.

Dieser Teilabschnitt unerer Wanderung mündet wieder in Weinbergen. Jetzt müssen wir der asphaltierten Weinstraße (circa 50 m) folgen, bevor wir zuerst auf einem Schotterweg (Teil des Seerundweges) die von uns so genannte Campingkurve abkürzen und dann auf einem Gehsteig entlang der Kalterer See Straße bis zum Kirchlein St. Josef am See wandern können.

Hier können wir uns entscheiden, ob wir die Weinstraße überqueren wollen und rechts unterhalb des Kirchleins direkt zum Kalterer See spazieren möchten (Promenadenweg), um anschließend wieder hoch zum Ortskern von St. Josef am See gehen zu müssen oder ob wir den Kalterer See auslassen und direkt nach St. Josef am See weitergehen.

Alternative mit Besuch des Kalterer See (ist etwas länger!)

Höhenprofil und Details

Wir entscheiden uns für zweiteres damit die Tour nicht zu lang wird.

In St. Josef am See gibt es genügend übersichtliche Beschilderungen. Wir folgen der Beschilderung Rastenbachklamm (zuerst Nr. 10, anschließend Nr. 13 und Nr. 1), die uns zuerst über eine wenig befahrene asphaltierte Straße hoch führt, um dann in den Wald mit dem Steig zur Rastenbachklamm (Nr. 13) zu münden.

Nun beginnt der interessantestes Teil dieser Wanderung. Über den Waldsteig Nr. 13 und dann über Stiegen (Nr. 1) geht es durch die wild romantische Rastenbachklamm, welche sogar einen Wasserfall (kurzer Abstecher von circa 30 m) aufweisen kann. Es lohnt sich, immer wieder einen Blick zurück zum Kalterer See zu werfen, aber auch die Klamm selbst bieten allerlei Sehenswertes.

360° Rastenbachklamm

Die gut gesicherten Stiegen bringen uns hinauf bis nach Altenburg, wo wir wiederum einen Abstecher (circa 50 m) zur St. Peter Ruine (der vermutlich ältesten Ruine bzw. Kirche Tirols) machen. Anschließend geht es über eine Hängebrücke bis zum Kirchlein von Altenburg. 10 m vor dem Kirchlein befindet sich eine herrliche Aussichtstelle, die den Blick auf Kaltern, St. Josef am See mit dem Kalterer See und der darüber thronenden Leuchtenburg und im Hintergrund dem Weißhorn und dem Schwarzhorn freigibt.

Nach diesem Genuss für unseren Sehnerv wandern wir entlang der kaum befahrenen Altenburger Straße (Nr. 11) in Richtung Tramin / Gummererhof. Am Ende von Altenburg geht die Straße hinunter nach Tramin, wir wandern aber geradeaus leicht rechts in den Forstweg Nr. 4B hinein. Am Ende dieses Weges kommen wir auf eine asphaltierte Straße, der wir nur circa 200 m folgen. Nach einer Hofstelle biegen wir rechts ab (Weg Nr. 10) zum Gummererhof, der mitten in Wiesen und Weinbergen liegt.

Der Gummererhof ist ein Berggasthaus. Hier können wir gemütlich auf der sonnigen Terrasse speisen. Auf der Speisekarte finden wir Gerichte wie: Bauernomelette, Kaiserschmarrn, Spiegelei, Schlutzkrapfen, Knödel mit Gulasch und Nachspeisen wie Strudel, Bauernkrapfen und Buchweizentorte.

Nach dem Mittagessen können wir uns in einem der Liegestühle, welche für die Gäste bereit stehen, ausstrecken oder auf einer der Wiesen ausruhen.

Nach der Siesta treten wir unseren Rückweg an. Dieses Mal wählen wir die asphaltierte Straße zurück, die uns vorbei am Steinhof bis zu einer Kreuzung führt. Hier biegen wir rechts ab und gehen unterhalb des Steinhofes (Nr. 4A) in Richtung Zoggler Wiese und Graun weiter. Bei der Forststange befindet sich ein Brunnen, da können wir unsere Wasserflasche auffüllen bevor wir links abbiegen (nicht gerade aus) und über die Forststraße (10A) nach Tramin hinunter spazieren. Diese Forststraße endet nach circa 20 min und dann geht es auf einer asphaltierten, aber fast überhaupt nicht befahrenen Straße weiter durch Waldstücke, vorbei an einigen Hofstellen und Weinbergen bis zur Fortbildungsakademie Schloss Rechtenthal. Ab hier sind es nur noch 5 min bis zu unserem Ausgangspunkt.

Eckdaten der Tour:

Ausgangspunkt: Tramin
Gehzeit: circa 4,5 Stunden
Höhe: 300 m bis 210 m, dann rauf auf 730 m und zurück auf 300 m
Gelände: Weinberge, Wald, Nebenstraßen
Schwierigkeitsgrad: leicht, in der Rastenbachklamm Kinder an die Hand nehmen
Ausblick: Tramin, Kalterer See, Weißhorn, Schwarzhorn

Lust auf Urlaub in Südtirols Süden? Das offizielle Tourismusportal Urlaub in Tramin oder das Verzeichnis der Mitglieder der Privatvermieter Südtirols mit Website bieten Ihnen eine Auswahl verschiedener Beherbergungsbetriebe. Oder direkt lieber beim Autor dieses Artikels Urlaub machen? Dann besuchen Sie die Website des Urlaub auf dem Bauernhof Betriebes Mandlhof.

Rundwanderung Langkofel und Plattkofel – Wandern in Südtirol

Eine sehr schöne und zugleich einfache Rundwanderung um den Langkofel und den Plattkofel können wir am Sellajoch am Ende des Grödner Tales beginnen. Wir parken unser Auto am Sellajoch und stehen vor der Entscheidung, ob wir rechts oder links um die Langkofelgruppe herum wandern wollen.

Wir entscheiden uns für rechts und beginnen unsere Wandertour entlang des gut markierten Steiges Nr. 526. Zuerst geht es durch eine mit großen Felsbrocken und Latschen durchsetzte Wiese, dann über einen eher breiten Weg über die Ski Hänge bis zur Hütte Piz de Sela.

360° Sellajoch
Startpunkt für die Umrundung des Langkofels: das Sellajoch

So gelangen wir zu einer Wegkreuzung, die sehr gut beschildert ist. Wir folgen der Markierung 526A, welche uns nahe an der Nordseite des Langkofels entlang führt. Alternativ könnten wir auch die Route mit der Markierung 526B wählen, die uns in einer etwas ausladenderen Schleife um die Nordflanke des Langkofels führen würde. Bei der zweiten Variante wäre die Wanderung zeitlich etwas länger.

Wir gehen also entlang des Steiges 526A bis wir auf die Kreuzung stoßen, bei welcher der Steig 526B wieder in unseren Weg einmündet. Hier haben wir einen herrlichen Ausblick auf den Schlern und auf den hinteren Teil der Seiser Alm:

360° Langkofel, Schlern und Seiser Alm
360° Langkofel, Schlern und Seiser Alm

Nun steht der größte Höhenunterschied unserer Wanderung an. Zuerst geht es bergab an der Nordwestflanke des Langkofels entlang bis zur Wegkreuzung mit dem Steig 525, der uns zur Langkofelhütte (liegt zwischen Lang- und Plattkofel eingekesselt) führt.

Die ist jetzt schon etwa 300 m über uns zwischen den Felsmassen zu sehen. Wir beschließen aber, dem Steig. Nr. 527 in Richtung Plattkofelhütte zu folgen.

Nun müssen wir bergauf und die einzige relevante Steigung (circa 400 m) dieser Rundwanderung bewältigen. Am Ende dieser Steigung erreichen wir eine ebene Wiesenfläche. Wir gehen weiter in Richtung Plattkofelhütte, um dort das Mittagsessen einzunehmen.

Im Vergleich zu sonstigen Berghütten hat die Plattkofelhütte eine ziemlich erweiterte Speisekarte. Hier gibt es nicht nur Polenta mit Wurst, Knödel mit Gulasch und dergleichen, sondern auch Tagliata (Rinderfilet in Streifen geschnitten) und Nachspeisen wie Zwetschgenknödel.

Von der Plattkofelhütte startet der nur leicht ansteigende Friedrich-August-Weg, der uns ziemlich eben mit nur wenig Höhenunterschied, die Salèi-Hütte passierend, zu unserem Ausgangspunkt zurückführt.

Eckdaten der Tour:

Ausgangspunkt: Sellajoch
Gehzeit: circa 4,5 Stunden
Länge: circa 15 km
Höhenunterschied: von 2.180 m ü. d. M. bis 1.950 m runter, dann rauf auf 2.360 m und zurück auf 2.180 m
Gelände: Fels, mit Steinen durchsetzte Wiesen, Schotter
Schwierigkeitsgrad: leicht
Ausblick: Langkofel, Plattkofel, Schlern, Seiser Alm

Umrundung Langkofelgruppe

Fotos des Langkofels und Plattkofels

Jochgrimm Weißhorn – Wandern in Südtirol

Vom Jochgrimm geht es rechts über Almwiesen in Richtung Weißhorn hinauf. Oberhalb der Almwiesen treffen wir auf einen duftenden Latschenwald, den wir immer bergauf durchqueren.

Der Weg ist hier ziemlich geröllig, darum sollte man gutes Schuhwerk anhaben und trittsicher sein. Nach circa 30 bis 40 min erreichen wir den felsigen, weißen Gipfel. Die letzten Meter sind etwas gefährlich, da sollte man ein wenig aufpassen. Am Gipfelkreuz angekommen, hat man einen tollen Rundblick auf die umliegenden Berge und Täler: Ortlergruppe, Ötztaler Alpen, Schlern, Rosengarten, Latemar, Zanggen, Brentagruppe und auf das Etsch– und Eisacktal. Im Etschtal in der Talsohle sieht man Tramin, Kaltern und Eppan, im Vordergrund auf dem Hochplateau zeigen sich Radein, Truden und Weißenstein.

360° Weißhorn Bletterbach
Bild anklicken, um das 360°-Panoramabild zu starten!

360° Weißhorn Gipfel
Bild anklicken, um das 360°-Panoramabild zu starten!

Den Rückweg treten wir nach Norden hin an und steigen über den Steig Nr. 5 in Richtung Weißenstein ab. Zuerst ist dieser Steig ziemlich ausgesetzt und nur für trittsichere und schwindelfreie Wanderer zu empfehlen. Nachdem wir dieses Stück hinter uns haben, befinden wir uns direkt über der weithin bekannten Bletterbachschlucht, dem Gran Canyon Südtirols. Hier finden wir eine Kreuzung vor, die uns vor die Entscheidung stellt, den etwas gefährlichen Gamplsteig zur Überquerung der Bletterbachschlucht in Richtung Gurndialm zu wählen und somit das Weißhorn in Richtung Süden zu umqueren oder doch lieber den Weg mit der Bezeichnung H zu nehmen, der uns über Wiesen und durch Latschen zu unserem Ausgangspunkt auf der Ostseite des Weißhorns zum Jochgrimm zurückführt. Wir wählen zweiters und sind nach circa 30 min von dieser Kreuzung aus gerechnet am Ausgangspunkt.

Eckdaten der Tour:

  • Ausgangspunkt: Jochgrimm
  • Gehzeit: circa 1,5 Stunden
  • Höhe: 2000 m bis 2316 m
  • Gelände: Almwiesen, Latschenwald, Geröll, Fels
  • Schwierigkeitsgrad: mittel (letztes Stück im Anstieg und erstes Stück im Abstieg ist ausgesetzt und schwierig)
  • Ausblick: Ortlergruppe, Ötztaler Alpen, Schlern, Rosengarten, Latemar, Zanggen, Brentagruppe, Etschtal mit Tramin, Kaltern und Eppan

Zur Ruine Leuchtenburg über dem Kalterer See – Wandern in Südtirol

Der Weg beginnt mit einem Forstweg, der mit einer Forststange versperrt ist. Nach wenigen Metern sehen wir zu unserer Rechten die Einmündung des Steiges Nr. 13A und zu unserer Linken einen Steig, der nicht nummeriert ist. Dieser Steig führt uns etwas steil, aber direkt zur Ruine Leuchtenburg.

Wir erreichen sie nach circa 25 min. Wer es wagt, auf die Begrenzungsmauern des ehemaligen Innenhofes der Ruine zu steigen, wird mit einem herrlichen Ausblick zum Kalterer See belohnt. Links vom Kalterer See sehen wir das Weindorf Tramin mit seinem imposanten Kirchturm und dem Kastelaz Hügel. Rechts des Sees, etwas höher, liegt das Weindorf Kaltern. Hinter dem Kalterer See steigt das Mendelgebirge mit seinem höchsten Punkt, dem Roen (2116 m), empor.

Kalterersee
Kalterer See

Da wir nicht den gleichen Rückweg nehmen wollen, verlassen wir die Leuchtenburg in Richtung Osten und wandern entlang des etwas breiteren Steiges Nr. 13 leicht bergab. An der ersten Wegkreuzung biegen wir rechts hinunter. Nach kurzer Zeit erreichen wir einen Forstweg, den wir mehr oder weniger queren, um rechts wiederum in einen Waldsteig einzubiegen. Dieser Waldsteig führt uns rechts den Forstweg entlang bis er wieder im Forstweg mündet. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zu unserem Ausgangspunkt.

Eckdaten der Tour:

  • Ausgangspunkt: Kreithsattel (Kojotenpass)
  • Gehzeit: circa 1 Stunde
  • Höhe: 375 m bis 555 m
  • Gelände: Wald
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Ausblick: Tramin, Kalterer See, Kaltern, Roen, Etschtal

Wanderung zur Leuchtenburg

Rundwanderung Drei Zinnen – Wandern in Südtirol

Montag, letzter Tag. Heute gönnen wir uns eine leichte Wanderung, die man schon fast als Spaziergang in den Dolomiten bezeichnen kann. Die Umrundung der Drei Zinnen gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Südtirolers. Dieses Pflichtprogramm muss einfach mal erfüllt werden!

Normalerweise hätten wir als Südtiroler die Tour im Fischleintal bei der Talschluss Hütte beginnen sollen, aber wieder 1.000 Höhenmeter zu bezwingen ist uns heute einfach zu viel. Wir wählen also die leichte Tour, welche bei der Auronzo Hütte in der Provinz Belluno startet. Die Hütte erreicht man über eine mautpflichtige Straße (20 Euro) von der südlichen Seite der Drei Zinnen in der Provinz Belluno.

Start der Rundwanderung Drei Zinnen bei der Auronzo Hütte

Die beste Freundin von allen und ich starten mit dem „Spaziergang“ auf 2.326 m bei der Auronzo Hütte und haben mehr oder weniger nur 200 Höhenmeter vor uns. Los geht es in Richtung Osten zur Laveredo Hütte und dann weiter bis zum Paternsattel (Panoramabild 1), dem höchsten Punkt unseres Spazierganges auf 2.452 m.

360° Drei Zinnen Osten
360° Ost Ansicht der Drei Zinnen

Bild anklicken, um das 360°-Kugelpanorama von den Drei Zinnen zu starten!

Von hier aus beginnt der schöne Nordteil der Rundwanderung mit dem typischen Bild der Drei Zinnen, die uns ihre langen Schatten weit entgegenwerfen. Wir könnten, wenn wir wollten, einen kurzen Abstecher zur Drei Zinnen Hütte machen, aber wir entscheiden uns dafür, direkt zur Hütte Lange Alm zu gehen. Zuerst wird natürlich noch ein Panoramafoto (Panoramafoto 2) gemacht.

360° Drei Zinnen Norden
360° Nord-Ansicht der Drei Zinnen

Bild anklicken, um das 360°-Kugelpanorama von den Drei Zinnen zu starten!

Lange Alm – Jausestation unter den Drei Zinnen

Bei der Hütte Lange Alm angekommen, genehmigen wir uns eine kleine Jause: Speck am Brettl und weil es so schön ist, muss ein drittes Panoramafoto (Panoramafoto 3) erstellt werden.

360° Drei Zinnen Lange Alm
360° Nord-Ansicht: Drei Zinnen mit Lange Alm

Bild anklicken, um das 360°-Kugelpanorama von den Drei Zinnen zu starten!

So, nun ist es nicht mehr weit bis zum Ausgangpunkt, aber was sieht die beste Freundin von allen so kurz vor dem Ziel? Schon wieder eine ziemlich exponierte Stelle mit Tiefblick und einen schmalen Steig. Es muss sein! Im Gänsemarsch geht es Mann hinter Frau nacheinander zurück bis zu unserem Ausgangspunkt.

Eckdaten der Tour Rundwanderung Drei Zinnen:

Ausgangspunkt: Auronzo Hütte
Gehzeit: circa 2 Stunden
Länge der Umrundung der Drei Zinnen: circa 7 km
Höhe: 2.326 m ü. d. M.  bis 2.452 m runter auf 2.313 m und dann wieder rauf auf 2.326 m
Gelände: Fels, mit Steinen durchsetzte Wiesen, Schotter
Schwierigkeitsgrad: sehr leicht am Anfang, nur der letzte Teil ist etwas exponiert
Ausblick: Drei Zinnen und umliegende Bergwelt

Unterkunftstipps

Die schönsten Wanderhotels in Südtirol. FIRST CLASS Hotels, mindestens einmal pro Woche eine geführte Wanderung in den Dolomiten (mit ausgebildetem Wander- oder Bergführer oder ortskundigem Hotelpersonal), Verleih von Wanderstöcken, Rucksäcken und Trinkflaschen, Wanderbibliothek mit Wanderführer, Pflanzenführer und Straßenkarten bieten.

Umrundung Drei Zinnen

Bildimpressionen:

Dolomiten Wanderurlaub Prags:

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Vom Pragser Wildsee zur Seekofelhütte – Wandern in Südtirol

Tag Nr. 3, es ist Sonntag. Heute nehmen wir uns die Route vom Pragser Wildsee zur Seekofelhütte vor. Die beste Freundin von allen hat erfragt, dass da dem Wanderer die Steinböcke förmlich nachlaufen; das müssen wir natürlich unbedingt sehen!

Wir parken also unser Auto beim gebührenpflichtigen Parkplatz am Pragser Wildsee und wandern zuerst am Ostufer des Pragser Wildsees entlang. Hier kann man den wilden, eingekesselten, kristallklaren See bewundern. Idyllisch, dass man keine Plastiktretboote sieht, sondern nur hölzerne Ruderboote. Einfach ein herrlicher See! Überzeugen Sie sich selbst:

360° Pragser Wildsee Bild anklicken, um das 360°-Panoramabild des Pragser Wildsees zu starten!

Am südlichen Ende des Sees biegen wir links hoch, den Steig Dolomiten Höhenweg Nr. 1 entlang. Dieser führt uns über einen gerölligen Weg durch Latschen empor. Nach den Latschen treffen wir auf eine ziemlich exponierte Stelle mit Tiefblick. Obwohl diese Stelle nur circa 30 m lang ist und durch eine an der Felswand entlang laufende Holzbrücke und eine Kette gut gesichert ist, hat die beste Freundin von allen Angst und wird leicht nervös. Aber der Überstieg gelingt. Weiter geht es durch Wald bis wir schon wieder auf ein Hindernis, eine Felsstufe treffen! Diese ist wiederum durch eine Kette gut gesichert und nicht sehr lang. Trotzdem, die beste Freundin von allen wird noch nervöser! Wir wissen leider nicht, ob der Weg noch lang ist und wie exponiert er im weiteren Verlauf noch wird. Außerdem macht sich die Müdigkeit in unseren Gliedern bemerkbar. Unsere Tourbeschreibung erwähnt nichts von einem Klettersteig, sie sagt nur, der Weg sei lang und mühevoll. Das „mühevoll“ können wir unterschreiben! Nach einer kurzen Kletterpartie (keine Angst, dieses Wegstück kann man nicht als schwierigen Klettersteig bezeichnen, außer man macht das so wie die beste Freundin von allen und versteigt sich im Fels…) erreichen wir ein felsiges Hochplateau. Wir biegen rechts ab und folgen dem Höhenweg Nr. 1 bis zur Scharte Porta Sora al Forn, dem höchsten Punkt unserer Wandertour auf 2.370 m. Hier kann man sich entscheiden, ob man nochmals eine Stunde dranhängen will, um den Seekofel mit seinem herrlichen Seeblick zu erklimmen. Der Weg ist aber sehr steil, streng und ziemlich ausgesetzt. Die besten Freundin von allen will nicht! Sie ist für eine kurze Rast. Also Fotoausrüstung ausgepackt und los geht es mit dem „Einfrieren“ des Bergpanoramas. Inzwischen kann sich die beste Freundin von allen ausruhen.

Vor uns erstreckt sich die wunderbare Hochebene zwischen Seekofel, Hohe Gaisl und Le Tofane. Etwas tiefer sieht man die Seekofelhütte.

360° SeekofelhütteBild anklicken, um das 360°-Panoramabild des Seekofelhochplateaus zu starten!

Wir beschließen, den Rückweg entlang des Steiges Nr. 28 anzutreten, da uns eine sympathische italienische Dame diesen Weg angepriesen hat. Er soll keine exponierten Stellen enthalten, aber dafür einen super Ausblick bieten. Wir werden nicht enttäuscht. Der Ausblick auf die umliegende Bergwelt ist gewaltig! Wir sehen außer den umliegenden Berggipfeln, einen klaren Bergsee und die Königin der Alpen: nicht nur ein Edelweiß säumt unseren Weg! Schade, dass die Steinböcke uns nicht nachlaufen, ja sich nicht einmal blicken lassen ;-)! So langsam merken wir, dass wir uns überschätzt haben, der Rückweg macht uns zu schaffen. Der Weg zieht sich lang und länger. Wir wandern zuerst über einen Kamm in Richtung Westen, steigen über felsdurchzogene Wiesen ab in Richtung Norden und gelangen an eine erste Wegkreuzung mit der Beschriftung Weg Nr. 3, wandern aber geradeaus weiter bis wir kurz darauf auf eine zweite Wegkreuzung treffen. Hier geht es rechts zur Roßalm, geradeaus kann man den Steig Nr. 28 weiterwandern und den Großen Rosskofel umwandern, um dann über diese etwas längere Route zum Pragser Wildsee zurückzukehren. Wir schlagen aber den Weg Nr. 4 ein (links abbiegen), der uns zu unserem Hinweg zurück führt. Dieser Weg, der uns an einem ausgetrockneten Bergsee vorbeiführt, ist kürzer. Wir wählen ihn, obwohl er uns etwas oberhalb der ersten exponierten Stelle zum Dolomiten Höhenweg Nr. 1 bringt. Die beste Freundin von allen muss also nochmals die hölzerne Brücke besteigen. Der Rückweg ist nun der gleiche wie der Hinweg. Am Pragser Wildsee nehmen wir uns dieses Mal das Westufer vor, somit haben wir auch den Pragser Wildsee komplett umwandert. Nach 6 vollen Stunden Gehzeit kommen wir bei unserem Ausgangspunkt an. Es ist geschafft!

Eckdaten der Tour:

  • Ausgangspunkt: Pragser Wildsee
  • Ziel: Seekofelhütte
  • Gehzeit: circa 6 Stunden Hin- und Rückweg
  • Höhe: 1.490 m bis 2.370 m
  • Gelände: Wald, Latschen, Geröll, Almwiesen, Fels
  • Schwierigkeitsgrad: mittel, aber sehr streng und lang
  • Ausblick: Pragser Wildsee, Seekofel, Le Tofane, Großer Rosskofel
  • Einkehrmöglichkeit: Hotel Pragser Wildsee, Seekofelhütte
  • Interessantes: Edelweiß am Wegesrand, man soll auch öfters Steinböcke sehen (wir haben leider keinen gesehen)

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Von der Plätzwiese zum Dürrenstein – Wandern in Südtirol

Tag Nr.2, Samstag, 04. August: die besten Freundin von allen und ich wollen den Dürrenstein bezwingen. Man hat uns gesagt, der Ausblick ist einer der schönsten der gesamten Dolomiten. Nun wir werden sehen.

Wir fahren über eine mautpflichtige Straße (5 Euro) bis zur Plätzwiese (1.990 m) und parken unser Auto. Wer ganz tapfer ist, kann dieses Stück auch zu Fuß bewältigen, wir wollen lieber die Kräfte für die Gipfeltour, welche laut Tourbeschreibung zwar unschwierig, aber streng ist, sparen.

Wir starten also bei den beiden Gastbetrieben (das eine Hotel, das Hotel Hohe Gais ist ein Partnerbetrieb unserer Unterkunft) links hoch, dem Steig Nr. 40 folgend. Es geht aufwärts über die Dürrensteinalm bis zu einer Wegkreuzung. Hier gehen wir nicht in Richtung Dürrensteinhütte, sondern biegen links ab in Richtung Gipfel. Der Weg führt uns zunächst über Almwiesen mit vereinzelten Fichten, dann über steile baumlose Wiesen und zum Schluss über Geröll bis zu einer Vorspitze des Dürrensteins. Von dieser Vorspitze gelangt man über einen Kamm zum Gipfelkreuz des Dürrensteins (2.839 m) hinüber. Dieses Stück ist ein gesicherter, extrem exponierter Steig und entsprechend gefährlich. Die beste Freundin von allen entscheidet sich das Wagnis nicht einzugehen, sie wartet lieber bei der Vorspitze auf meine Rückkehr.

360° Dürrenstein unten
360° Dürrenstein unten –  Bild anklicken, um das 360°-Kugelpanorama vom Dürrenstein zu starten!

Das „Wagnis“ lohnt, der Rundumblick beim Gipfelkreuz des Dürrensteins ist gewaltig: Hohe Gaisl, Tofana, Monte Cristallo, Drei Zinnen. Die gesamten Sextner Dolomiten erschließen sich vor meinen Augen. Schade, dass sich die beste Freundin von allen nicht getraut hat…

360° Dürrenstein oben
360° Dürrenstein oben – Bild anklicken, um das 360°-Kugelpanorama vom Dürrenstein zu starten!

Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg, aber viel leichter, außer für jemanden, der mit einem leicht angeschlagenen Kreuzband unterwegs ist ;-).

Eckdaten der Tour:

Ausgangspunkt: Plätzwiese
Ziel: Dürrenstein
Gehzeit: circa 2 Stunden im Anstieg
Höhe: 1.990 m bis 2.839 m
Gelände: Almwiesen, Geröll, Fels
Schwierigkeitsgrad: leicht, aber sehr streng, das letzte Stück (50 m) Klettersteig
Ausblick: Sextner Dolomiten, Drei Zinnen, Hohe Gaisl, Tofana, Monte Cristallo, Plätzweise, Altprags, Toblach

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Wanderungen mit der besten Freundin (jetzt Ehefrau und Mami) von allen