Mountainbiker auf Bahntrasse Fleimstalbahn

Spaziergang Bahntrasse Fleimstalbahn

Castelfeder mit Kalterer See
Castelfeder mit Kalterer See

Im Herbst sind nachmittags die orographisch links gelegene Teile des Südtiroler Unterlands sonnen begünstig. So zieht es uns nach Pinzon hinüber. Wir wollen dem beliebten Spazier- und Radweg „Bahntrasse der Fleimstalbahn“ ein Stück folgen.

Geparkt wird an der Castelfeder Straße, einige 100 Meter vor dem Dorfzentrum von Pinzon. Gemütlich geht es zuerst entlang von Weinbergen und Apfelbaumwiesen ins Dorfzentrum des Weilers Pinzon hinüber.

Die Gegend rund um Pinzon bis hinüber nach Mazzon ist bekannt für seine optimale Blauburgunder Lage. Hier reifen exzellente Blauburgunder Trauben, die zum gleichnamigen Wein verarbeitet werden. Heute hängt keine Blauburgundertraube an ihrer Rebe, die Weinlese dieser kräftigen Rotweinsorte ist nämlich schon vorüber.

Pinzon

Heilige Familie Relief an der wand des Pinzoner Kellers
Heilige Familie Relief an der wand des Pinzoner Kellers

Der Dorfplatz von Pinzon strahlt ein ganz besonderes Flair aus. Die romanische und später gotisch umgebaute Stephanskirche, die lustigen Brunnen, das mit wunderschönen Reliefs verzierte Gebäude des Pinzoner Keller, die Hans Klockner Gasse und der Ausblick auf das einige hundert Meter südlich gelegen Santnerhäuschen, das in früheren Zeiten den Santner als Aussichtswachturm auf die Weinberge gedient hatte, bestimmen das Dorfbild.

Bahntrasse Fleimstalbahn

Spaziergänger auf Bahntrasse Fleimstalbahn
Spaziergänger auf Bahntrasse Fleimstalbahn

Die Pinzoner Straße führt uns hinüber nach Montan. Wir sind nicht alleine unterwegs. Vor allem bei Radfahrern ist diese Strecke der Bahntrasse Fleimstalbahn aufgrund ihres mäßigen Höhenverlaufs besonders beliebt. In Montan kreuzt der Bahnweg die Pizoner Straße. Hier müssen wir scharf rechts abbiegen um der Trasse der alten Fleimstaler Bahn zu folgen. Spaziergänger und Mountainbiker en masse. Klar, ein Bahntrasse die vom Südtiroler Unterland (232 m ü. d. M.) über den San Lugano Pass (1090 m ü. d. M.) ins ziemlich höher gelegen Fleimstal (1008 m ü. d. M.) führt ist natürlich so angelegt, dass sie zwar stetig Höhenmeter überwindet, aber das in sehr dosierter Art und Weise. Ideal für Spaziergänger, Wanderer, Sonntagsfahrradfahrer aber auch für stramme Mountainbike Profis. Die können die gesamte Strecke von circa 50 km befahren, während Amateure und Spaziergänger wie wir nur eine Teilstrecke, meist von Pinzon oder Montan ausgehend, absolvieren.

Panoramablick

Das herbstliche Tramin
Das herbstliche Tramin

Von der Bahntrasse Fleimstal reicht der Blick von Salurn im Süden bis nach Castelfeder und dem Kalterer See im Norden. Die Perspektive mit dem kargen Castelfeder Hügel im Vordergrund und dem blauen Kalterer See im Hintergrund ist für Fotografen besonders reizvoll.

Als Traminer schaut man aber auch gerne gen Westen, direkt aufs Weindorf Tramin. Die Frontalansicht von Tramin ist zwar aus fotografischer Sicht nicht die idealste, da keine Tiefenwirkung und somit Dreidimensionalität entsteht und auch traumhafte Weinhügel Kastelaz nicht gut zur Geltung kommt, trotzdem zwingt mich der Traminer in mir ein Foto nach dem anderen zu schießen und auch hinüber zu unserem Haus dem Mandlhof zu blicken.

Glener Viadukt

Glener Viadukt - Bahntrasse Fleimstalbahn
Glener Viadukt – Bahntrasse Fleimstalbahn

Eines der Highlights der Bahntrasse ist die Brücke (Glener Viadukt, 73 m hoch) über die Glener Straße. In einer weiten 180° Kurve vollzieht die Trasse einen Richtungswechsel.

Theoretisch könnte man diese Schlaufe abkürzen, aber wie schon Konfuzius sagte: der Weg ist das Ziel. Sonntagsspaziergänger halten nichts von Abkürzungen. Wir wollen lieber die herrliche Natur und den interessanten Wegverlauf der „Unterlandler Flaniermeile“ genießen. Nach der 180° Kehrwendung spazieren wir nur noch einige 100 Meter der Bahntrasse entlang. Dann wird es Zeit umzukehren. Mit einem Kleinkind muss man sich an Zeitpläne halten!

Rückweg über die Glener Straße

Untenansicht Glener Viadukt - Bahntrasse Fleimstalbahn
Untenansicht Glener Viadukt – Bahntrasse Fleimstalbahn

Dieses Mal wandern wir nicht auf dem Viadukt, sondern unter der Brücke auf der Glener Straße zurück nach Pinzon. Die Untenansicht der hohen Bögen der Brücke ist architektonisch sehr interessant.

Wenige 100 m vor Pinzon steht ein Pferd in einem Weinberg. Anna ist mittlerweile aufgewacht, das schöne Ross ist für sie natürlich ein Augenschmaus. So sind wir gezwungen eine 5 min Pause einzulegen.

Anna beim Äpfel pflücken
Anna beim Äpfel pflücken

Weiter geht es von Süden nach Norden durch Pinzon hindurch; wieder der Hans Klockner Gasse entlang. Vor dem Parkplatz mit dem Auto biegen wir links in die Obstwiesen und Weinberge ein. Der Landschaft und einiger Fotos wegen. Anna nutzt die Gelegenheit um Fuji Äpfel zu studieren und anschließend einige bei der Weinlese vergessene Traubenkerne zu verkosten.

Rechtens ist das zwar jetzt noch nicht, denn Martini ist noch einige Wochen entfernt, aber sie setzt sich einfach darüber hinweg. Erst zu Martini (Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahrs und auch der Verträge der Santner) darf/kann man „spiegeln“ (vergessene Äpfel und Trauben pflücken). Zumindest habe ich das so in Erinnerung. Wobei ich mich nicht erinnern kann ob man rein rechtlich darf oder sich die Mägde und Knechte in früheren Zeiten nur getraut haben, nach Martini Trauben zu stibitzen, weil die Bewacher der Weinberge, die Santner ab Martini nicht mehr im Dienst waren.

Saltnerhäuschen
Saltnerhäuschen

Ich sehe zwar nur wenige 100 m entfernt ein Santnerhäuschen inmitten der Weinberge, aber einen mit Fassanfedern und einen Fuchspelz geschmückten Santnerhut ist weit und breit nicht in Sicht. So mache ich mir um Anna keine allzu großen Sorgen und wir können gemütlich – und nicht fluchtartig – zum Auto zurück spazieren.

Track des Spazierganges auf der Bahntrasse der Fleimstalbahn

11

Fotos Pinzon und Bahntrasse Fleimstalbahn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.